Nützlinge im Lager

Biologisch. Einfach. Gut.

Die professionelle Getreidelagerung erfordert eine kontinuierliche Überwachung, um Futtermittel und Lebensmittel-Rohstoffe schädlingsfrei zu halten. Langfristig führen nur präventive Strategien und strikte Hygienemaßnahmen zum Erfolg. Ein betriebliches Schädlingsmonitoring bietet einen fortlaufenden Überblick über die Schädlingsaktivität und ermöglicht frühzeitige Gegenmaßnahmen.

Ein gut gereinigtes Lager hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, langfristig weitgehend schädlingsfrei zu bleiben. Der gezielte Einsatz von Nützlingen verhindert die Vermehrung der Schädlinge und ist besonders effektiv bei Leerraumbehandlungen oder direkt bei der Einlagerung von Getreide.

Bekämpfung von Motten im Lager

Vorräte schädigende Motten wie Dörrobst-, Mehl- oder Getreidemotten sind weit verbreitete Schädlinge in Lager- und Lebensmittelverarbeitungsbetrieben. Besonders gefährdet sind Getreide und Verarbeitungsprodukte.

Ein Mottenbefall kann auch gesundheitliche Risiken bergen. Die Larven schädigen Vorräte durch ihre Fraßtätigkeit, der spätere Verzehr befallener Produkte kann zu allergischen Reaktionen, Schleimhautreizungen oder sogar Darmerkrankungen führen. Die Ausscheidungen der Larven begünstigen zudem die Vermehrung von Milben und schädlichen Pilzen. Befallene Vorräte sollten daher konsequent entsorgt werden.

Die häufigste Lebensmittelmotte ist die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella). Sie ist an ihrer markanten Flügelfärbung zu erkennen: Die Vorderflügel sind silberfarben mit bronzefarbenen Binden. Die Falter erreichen eine Größe von etwa 1 bis 1,5 cm. Die gelblich-weißen Larven werden bis zu 1,5 cm lang.

Ein weiblicher Falter legt bis zu 200 Eier direkt an oder in der Nähe von Lebensmitteln ab. Bereits kurze Zeit später schlüpfen die Larven und beginnen mit dem Fraß. Anschließend wandern sie umher, um ein geeignetes Versteck zur Verpuppung zu finden. Bei Temperatur um 20°C dauert die Larvenentwicklung etwa vier bis fünf Wochen. Nach zehn Tagen Verpuppung schlüpft die nächste Generation der Motten. In Lagern kommen gelegentlich auch Mehlmotten, Getreidemotten, Mehlzünsler und verschiedene Speichermotten vor.

Ein kombinierter Einsatz der Trichogramma-Schlupfwespen (gegen die Eier) mit Brackwespen (gegen die Larven) ist sinnvoll. Besonders in Getreidelagern sowie in verarbeitenden Betrieben wie Mühlen oder Bäckereien lassen sich damit gute Bekämpfungserfolge erzielen.

Motten-Monitoring im Lager

Ein wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Schädlingsbekämpfung ist ein Kontrollsystem, das eine genaue Überwachung der Schädlingsentwicklung ermöglicht. Pheromonfallen sind ein bewährtes Mittel zum Monitoring, jedoch keine direkte Bekämpfungsmethode. Sie fangen nur männliche Motten, bereits begattete Weibchen legen weiterhin Eier ab!

Für Lagerhäuser eignen sich wiederverwendbare Trichter- oder Eimerfallen. Pro Raum (bis zu 100 m²) reicht eine Trichterfalle aus. Werden die Fallen zu dicht platziert, kann die Duftkonzentration die Männchen verwirren und die Fangleistung verringern. Die Fangdaten sollten regelmäßig dokumentiert und bei steigendem Befall rechtzeitig Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden. Das Monitoring sollte ganzjährig erfolgen. Pheromon-Köder sind maximal drei Monate wirksam und sollten in den warmen Monaten rechtzeitig ausgetauscht werden, um eine kontinuierliche Lockwirkung zu gewährleisten. Die verwendeten Lockstoffe sind ungiftig und haben keine Auswirkungen auf Trichogramma-Schlupfwespen.

Die Bekämpfung

Motteneier-Bekämpfung mit Trichogramma-Schlupfwespen

Trichogramma-Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler von Lebensmittel- und Kleidermotten. Sie sind Eiparasiten, d.h. sie suchen die abgelegten Eier der Motten, legen ihre eigenen Eier darin ab und statt einer Mottenlarve schlüpft eine neue Schlupfwespe. Dieser Kreislauf wiederholt sich, solange Motteneier vorhanden sind. Finden die Nützlinge keine Eier mehr, dann sterben sie aus. Dörrobstmotten sollten im Lager während des Mottenflugs durch regelmäßigen Einsatz der TrichoKarte®VORRAT bekämpft werden. Je nach Befallsstärke und Gefährdungslage kann der Einsatz über die gesamte Saison (Frühjahr bis Herbst) erforderlich sein.

 

Mottenlarven-Bekämpfung mit Brackwespen

Die Brackwespe Bracon hebetor (auch Habrobracon hebetor) als natürlicher Gegenspieler ist eine der am besten untersuchten Schlupfwespen zur Bekämpfung von Vorratsschädlingen. Sie paralysiert Mottenlarven durch einen gezielten Einstich, woraufhin diese sofort das Fressen einstellen. Anschließend legt das Weibchen seine Eier außen an den gelähmten Larven ab. Die daraus schlüpfenden Wespenlarven ernähren sich von der Mottenlarve, bis nur noch deren vertrocknete Hülle übrigbleibt. Danach verpuppen sich die Wespenlarven in kleinen Seidenkokons, aus denen eine neue Generation von Brackwespen schlüpft. Diese Schlupfwespen nutzen den Geruch der Mottenlarven und deren Ausscheidungen zur Orientierung. Sie gelangen so in kleinste Ritzen und Spalten und können sogar überwinternde Larven in ihren Gespinsten parasitieren.

Der Einsatz beginnt, sobald die Tageshöchsttemperaturen 20°C erreichen. Die ideale Entwicklungstemperatur der Brackwespe liegt zwischen 25-30°C, kurzfristig werden auch Temperaturen bis 35°C toleriert. Der Einsatz-Zeitraum erstreckt sich von Mitte April bis Ende September. Besonders empfehlenswert ist ein Einsatz zur Leerraumbehandlung nach einer gründlichen Reinigung sowie zur Einlagerung von Getreide. Trotz einer gewissen Ansiedlung und Weitervermehrung sollten die Mehlmottenschlupfwespen wiederholt freigelassen werden, um einen ausreichenden Bekämpfungsdruck aufrechtzuerhalten.

Anwendungsempfehlung für den präventiven Einsatz:

  • Erster Einsatz zur Leerraumbehandlung oder direkt nach der Einlagerung
  • Ausbringungsintervall alle 14 Tage
  • Einsatz im Temperaturbereich von 15°C – max. 35°C
  • Die Aufwandmengen variieren je nach Lagerbedingungen

Anwendungsempfehlung für den kurativen Einsatz:

  • Sobald die Temperaturen über 15°C liegen, je nach Befallsstärke auch durchgehend bis zum Herbst. Minimum 4 Ausbringugen im Intervall alle 14 Tage.
  • Einsatz im Temperaturbereich von 15°C – max. 35°C
  • Die Aufwandmengen variieren je nach Lagerbedingungen

 

Käfer – bekämpfen mit Lagererzwespen 

Die Lagererzwespen sind natürliche vorkommende Gegenspieler vorratschädigender Käferlarven. Ihre Fähigkeit, auch tief im Getreidelager versteckt lebende Larven zu finden, macht sie besonders wertvoll für die biologische Schädlingsbekämpfung.

Der Bekämpfungsprozess beginnt, wenn die Lagererzwespe ihren Legebohrer durch das Korn hindurch in die Käferlarve einsticht, diese paralysiert und ein Ei daneben ablegt. Die Schlupfwespenlarve ernährt sich von der Käferlarve, wodurch diese unschädlich gemacht wird. Nach der Verpuppung nagt sich die erwachsene Lagererzwespe aus dem Korn heraus und sucht nach neuen Käferlarven. Die Weibchen leben nach dem Schlupf bis zu zwei Wochen. Ein Lariophagus-Weibchen ist nur 2–3 mm klein, schwarz gefärbt und schimmert leicht metallisch, was zu dem Beinamen „Erzwespe“ führte.

Eine vorbeugende Leerraumbehandlung wird empfohlen. Die erste Anwendung erfolgt unmittelbar vor oder nach der Getreideeinlagerung, gefolgt von einer Wiederholung nach 14 Tagen.

 

Getreideplattkäfer – bekämpfen mit Ameisenwespchen 

Das Ameisenwespchen (Cephalonomia tarsalis) ist spezialisiert auf die Bekämpfung von zwei Getreideplattkäfern. Das flinke Ameisenwespchen kann Käferlarven über mehrere Meter hinweg anhand der hinterlassenen Kotkrümel lokalisieren.

Das etwa 2–3 mm kleine, schwarz gefärbte Insekt lähmt die Käferlarven durch einen Stich mit seinem Legebohrer. Anschließend legen die Weibchen ihre Eier in die gelähmten Larven. Pro Käferlarve können sich bis zu zwei neue Ameisenwespchen entwickeln. Etwa drei Wochen später schlüpfen die neuen Wespen aus ihren Kokons und suchen nach neuen Wirten.

Da der Getreideplattkäfer oft nach einem Kornkäferbefall auftritt, empfiehlt sich eine kombinierte Anwendung von Ameisenwespchen und Lagererzwespen, um eine effektive Schädlingskontrolle zu gewährleisten.

Einsatz im Lager

Unsere Produkte zeichnen sich durch eine einfache Anwendung und hohe Effizienz aus und sind gesundheitlich unbedenklich

Wichtige Grundregeln zur Vermeidung von Mottenbefall

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