Nützlinge im Haushalt

Biologisch. Einfach. Gut.

Der Befall mit Schädlingen kommt in den besten Haushalten vor – wir geben hier eine Hilfe zur Einordung: Um welchen Schädling handelt es sich, und wie können Sie ihn schnell wieder los werden?

Kleidermotten

Die Kleidermotten (Tineola bisselliella) haben sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet. Diese Materialschädlinge befallen bevorzugt Naturwollprodukte und hinterlassen Fraßschäden, Löcher sowie fliegende Motten als typische Anzeichen eines Befalls. Zudem fallen die bis zu 10 mm langen, weißlichen Gespinströhren der Larven auf. Die Larven der Kleidermotten ernähren sich von keratinhaltigen (tierischen) Materialien wie echter Wolle, Haaren oder Federn – und nicht von Baumwolle.

Besonders betroffen sind Teppiche, Polsterungen alter Möbel, Wanddekorationen, Tierfelle und Trophäen. Ein Weibchen kann bis zu 200 Eier legen. Kleidermotten-Falter erreichen eine Länge von bis zu 10 mm und sind auffallend goldgelb gefärbt. Ihre Hinter- und Vorderflügel besitzen feine Fransen. Die winzigen Eier sind kaum sichtbar und im Gewebe schwer zu entdecken. Der Entwicklungszyklus dauert bei Temperaturen von 25–30°C und einer Luftfeuchtigkeit von 70 % etwa zwei Monate.

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Lebensmittelmotten

Lebensmittelmotten wie die Dörrobst- und Mehlmotte sind heute weit verbreitete Schädlinge in Haushalten sowie in der Lebensmittelverarbeitung und -lagerung. Besonders gefährdet sind Getreideprodukte, Nüsse, Gewürze, Tee, Nudeln, Süßwaren (z. B. Schokolade) sowie Trockenfutter für Haustiere, insbesondere Vogelfutter und Körnerfutter.

Die häufigste Mottenart ist die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella). Ihre Larven schädigen Lebensmittel durch den Fraß, was in der Folge zu allergischen Reaktionen, Schleimhautreizungen oder Darmerkrankungen führen kann. Die  Kotreste begünstigen die Ansiedlung von Milben und Schimmelpilzen.

Erwachsene Falter haben eine markante Flügelfärbung: bronzefarbene Binden auf silbernem Grund und eine Größe von ca. 1–1,5 cm. Die Larven sind gelblich-weiß und erreichen eine Länge von bis zu 1,5 cm.

Ein Weibchen legt 200–300 Eier in direkter Nähe zu Lebensmitteln ab. Nach kurzer Zeit schlüpfen die Larven und beginnen zu fressen. Nach ca. 5–6 Wochen verpuppen sie sich, und etwa zehn Tage später schlüpft die nächste Generation von Motten.

Tipps / Vorbeugung: Befall in Vorräten

Einsatz im Haushalt

Unsere Produkte zeichnen sich durch eine einfache Anwendung und hohe Effizienz aus und sind gesundheitlich unbedenklich.

Die biologische Bekämpfung von Schädlingen im Haushalt

Der Einsatz von Nützlingen ist eine sehr umweltfreundliche und effektive Art der Schädlingsbekämpfung im Haushalt! Gegen die erwähnten Schädlinge haben wir sehr wirkungsvolle Nützlinge gezüchtet, die wir hier in drei Gruppen vorstellen: 

Trichogramma-Schlupfwespen gegen Lebensmittel- und Kleidermotten

Trichogramma-Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler von Lebensmittel- und Kleidermotten. Sie sind Eiparasiten, d.h. sie suchen die abgelegten Eier der Motten, legen ihre eigenen Eier darin ab und statt einer Mottenlarve schlüpft eine neue Schlupfwespe. Dieser Kreislauf wiederholt sich, solange Motteneier vorhanden sind. Finden die Nützlinge keine Eier mehr, dann sterben sie aus.
Dörrobstmotten sollten über einen Zeitraum von mindestens 8 Wochen, Kleidermotten aufgrund des längeren Entwicklungszyklus über mindestens 12 Wochen durch regelmäßige Ausbringungen der TrichoKarte®VORRAT bekämpft werden. Einmalige Ausbringungen sind keine sinnvolle Bekämpfung.

Käfer bekämpfen mit Raubwanzen

Xylocoris-Raubwanzen (Xylocoris flavipes) sind natürliche Gegenspieler zahlreicher Schadinsekten im Haushalt. Als Beute dienen ihnen überwiegend Eier und junge Larvenstadien. Besonders geeignet sind sie zur Bekämpfung verschiedener Speckkäferarten, die an Teppichen, Polstermöbeln aber auch Kleidungsstücken Fraßschäden verursachen können.
Die kleinen braun-schwarzen Raubwanzen legen Eier, aus denen nach kurzer Zeit rötliche Nymphen schlüpfen, die den erwachsenen Tieren sehr ähnlich sehen. Auch die Nymphenstadien ernähren sich räuberisch, bevor sie sich, ohne ein Puppenstadium, zum erwachsenen Insekt häuten.
Xylocoris mag es gerne etwas wärmer: Im Haushalt sind die Temperaturen mit über 19°C selbst im Winter für den Einsatz ausreichend.
Die benötigte Anzahl an Nützlingen hängt vom Schädling, der Befallsstärke, dem Material auf dem sie eingesetzt werden (Teppich/Kleidung/usw.) und den Klimabedingungen ab. Die Anwendung muss in der Regel wiederholt werden.

Käfer bekämpfen mit Lagererzwespen

Lagererzwespen (Lariophagus distinguendus und Anisopteromalus calandrae) sind natürliche Gegenspieler verschiedener Käferlarven, die Vorräte schädigen. Ihre besondere Fähigkeit, auch versteckt lebende Larven aufzuspüren, macht sie zu idealen Nützlingen für die biologische Bekämpfung von Schädlingen im Haushalt.
Lagererzwespen sind kleine, schwarz-metallisch schimmernde Insekten (daher auch der Name „Erzwespen“). Das Weibchen legt mit seinem Legestachel ein Ei an eine Käferlarve ab. Die schlüpfende Larve der Erzwespe ernährt sich von der Käferlarve, bis sie sich verpuppt. Anschließend nagt die erwachsene Erzwespe ein Loch in das befallene Korn und sucht nach neuen Wirten, dadurch wird der Schädlingsbefall langfristig reduziert.
Lagererzwespen können das ganze Jahr über eingesetzt werden, solange die Umgebungstemperatur mindestens 16–20°C beträgt.
Die benötigte Anzahl an Nützlingen hängt vom Schädling und der Befallsstärke, der Raumgestaltung und den Klimabedingungen ab. In der Regel muss die Anwendung wiederholt werden.
Besonders geeignet sind Lagererzwespen bei der Bekämpfung von Kugelkäfern (Gibbium psylloides) und Messingkäfern (Niptus hololeucus). Diese Schädlinge gehören zur Familie der Diebskäfer und sind leicht an ihrem kugelförmigen Körper zu erkennen, der sie optisch fast wie kleine Spinnen wirken lässt.
Kugel- und Messingkäfer treten verstärkt in alten Gebäuden oder Fachwerkhäusern auf, wo sie in den Schüttungen alter Decken und Fehlböden leben. Aufgrund der heißen Sommer der letzten Jahre haben sich diese Käfer stark vermehrt und können in Wohnräumen massenhaft auftreten. Der gezielte Einsatz von Lagererzwespen kann gerade in schwer zugänglichen Bereichen eine natürliche und nachhaltige Lösung zur Bekämpfung dieser Schädlinge bieten. Eine Bekämpfung mit Nützlingen kann bis zu 2 Jahren dauern.

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