Im feuchtwarmen Klima von Glas- und Tropenhäusern gedeihen nicht nur Pflanzen, sondern auch zahlreiche Schädlinge. Besonders problematisch sind Schadmotten (Lepidoptera), die mit Trichogramma-Schlupfwespen biologisch bekämpft werden können. Der gezielte Einsatz der winzigen Nützlinge ist eine bewährte Alternative zur chemischen Schädlingsbekämpfung, insbesondere in Kombination mit weiteren Nützlingen.
Das Auftreten von Schadlepidopteren hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Neu eingeschleppte Schädlinge vermehren sich unter den günstigen Bedingungen schneller und verursachen größere Schäden.
Der Baumwollkapselwurm (Helicoverpa armigera), der früher nach Zuflug vereinzelt im Spätsommer auftrat, verursachte in den letzten Jahren zum Teil erhebliche Schäden in Paprika und Zuckermais, sowie anderen Kulturen.
Im Zierpflanzenanbau sind es vor allem Vertreter der Erdraupen, die die Pflanzen ruinieren. Die Kohleule (Mamestra brassicae) schädigt die Blüten der Cyclamen.
An Poinsettien, Orchideen und Bromelien hat sich der Orchideenzünsler (Duponchelia fovealis) als Schädling etabliert, wie auch an Wasserpflanzen, Rosen, Kalanchoe, Ficus, Begonia und Gerbera. Die Nachtaktivität dieser Motte erschwert eine frühe Diagnose und Bekämpfung. Schwierig ist die Bekämpfung auch, weil die Raupen die untersten Blätter an die Erde anspinnen und sich darunter verstecken. Hier sind sie vor Prädatoren und Insektiziden geschützt.
Die Tomaten-Goldeule (Chrysodeixis chalcites) kommt mittlerweile regelmäßig und ganzjährig in vielen Kulturen vor. Besonders problematisch ist die Tomatenminiermotte (Tuta absoluta), die in allen europäischen Anbauregionen große Ertragsverluste verursachen kann.
Der Bananentriebbohrer (Opogona sacchari) schädigt in Tropen- und Gewächshäusern Bananen, Bromelien, Yuccas sowie andere tropische Nutz- und Zierpflanzen. Die Larven fressen an sämtlichen Pflanzenteilen, auch an Holzstrukturen. Auch der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) kommt im Unterglasanbau vor und schädigt z.B. Paprikafrüchte.
