AnwendungsgebieteZuckermais

Innovationen und Herausforderungen

Seit 30 Jahren arbeiten wir daran, den Trichogramma-Einsatz attraktiv zu gestalten: die erste Produktionsanlage zur Herstellung der TrichoKarten, die Entwicklung einer stabilen Werfeinheit für die maschinelle Ausbringung, der Schritt zur Ausbringung der Kugeln aus der Luft. All das ist gelungen, die größte Herausforderung wird es aber sein, das Verfahren anzupassen an die veränderten klimatischen Bedingungen und an die Etablierung weiterer Schädlinge, die den Maisanbau künftig noch stärker bedrohen werden als der Maiszünsler!

Der Entwicklungsdauer und Leistungsfähigkeit der Trichogrammen sind natürliche Grenzen gesetzt. Der Flug des Zünslers und die Eiablage erfolgen früher und ziehen sich über längere Zeiträume hinweg. Weitere Ausbringungen oder höhere Aufwandmengen pro Hektar machen die Bekämpfung teuer. Deshalb werden in vielen Fällen ergänzende Bekämpfungsmaßnahmen notwendig.

Eine Möglichkeit ist die Ausbringung von Bracon brevicornis, einer Brackwespe, die Larven des Maiszünslers parasitiert. Im Sommer 2008 haben wir diesen Larvenparasiten erstmals in Versuchen eingesetzt und in einem 3-jährigen Forschungsprojekt zusammen mit der Universität Bremen untersucht. In Kombination mit Trichogramma sollte die Brackwespe die Effizienz der biologischen Maiszünslerbekämpfung erhöhen. 2006/07 konnten im Elsaß bis zu 20% höhere Wirkungsgrade bei der Variante Trichogramma + Brackwespen verzeichnet werden, in anderen Versuchen konnten die Ergebnisse nicht wiederholt werden. In Nordbaden traten die Brackwespen im zweiten Jahr nach der Bekämpfung deutlich in Erscheinung, während sie im Versuchsjahr kaum nachweisbar waren. Im Projekt konnten aber wichtige Erkenntnisse zur Zucht der Braconiden gewonnen werden. Braconiden werden inzwischen erfolgreich zur Bekämpfung von Mottenlarven im Lager eingesetzt. Im Mais setzen wir die Brackwespen gezielt bei Bedarf ein.

Bei Feldbonituren finden wir immer wieder von Bracon parasitierte Maiszünslerlarven. Zuletzt wieder gehäuft im Sommer 2015 und 2016. Im Sommer 2017 wurde bei Kontrollen im Zuckermais auch ein größeres Vorkommen einer Pteromalidae gefunden. Dieser Hyperparasit kommt immer wieder mal in Einzelexemplaren vor, dieses Mal waren es viele Tiere von Pteromalus crassinervis (Thomson, 1878) (syn. Habrocytus c.), die kurzfristig auch in Zucht genommen wurden.

Forschungsprojekt

Von 2009 bis Juli 2012 erforschten wir die Wirkung von Bracon brevicornis zur biologischen Bekämpfung des Maiszünslers in einem Forschungsprojekt. Das Kooperationsprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen wurde gefördert durch das ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).