AnwendungsgebieteZuckermais

Die Bekämpfung

Der Befall durch den Maiszünsler kann durch verschiedene Maßnahmen reduziert werden: indirekte Maßnahmen, wie Häckseln, Fräsen und Pflügen sowie eine direkte Bekämpfung durch chemische Insektizide oder den Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen.

Seit 2007 wird von der LTZ Karlsruhe-Augustenberg ein überregionaler Ring von Licht-und Pheromonfallen verwaltet. Die Daten werden zentral erfasst und im Internet veröffentlicht (www.maiszuenslermonitoring.de). Die Information der Landwirte über die regionalen Ausbringungstermine im Körner- Silo- und Saatmais erfolgt über den amtlichen Warndienst, den Handel und die Wochenblätter.

Die Beobachtung der Entwicklung und sichere Festlegung der Ausbringungstermine ist im Zuckermais besonders wichtig. Wir führen für unsere Kunden auch das Monitoring zur Terminierung des Einsatzes durch. Dazu kontrollieren den Falterflug und die Eiablage bei regelmäßigen Besuchen auf den Flächen. Nach den gesammelten Daten wird in Abstimmung mit der Betriebsleitung ein Ausbringungstermin festgelegt.

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Die Einsatztermine können mit Hilfe von Licht- oder Pheromonfallen ermittelt werden. Im Vorfeld kann die Entwicklung in sog. Schlupfkäfigen mit eingelagerten Maisstoppeln überwacht werden.

Die 1. Ausbringung erfolgt je nach Region ab Mitte Juni, weitere Freilassungen im Abstand von 10-14 Tagen (während der gesamten Flugdauer). Die Bekämpfung der bivoltinen Maiszünsler-Rasse (2. Generation) erfolgt früher, abhängig von der Witterung, oft schon ab Ende Mai.

Die Termine für den Einsatz im Zuckermais werden in der Regel individuell mit dem Betrieb vereinbart.

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Der Einsatz von Trichogramma ist eine etablierte Bekämpfungsmethode mit einem positiven Image. Der Einsatz von Trichogramma ist eines der ältesten biologischen Bekämpfungsverfahren in Europa. Bereits Mitte der 70er Jahre wurden erste Maisflächen mit dem Eiparasiten belegt, um den Maiszünsler zu bekämpfen. In der frühen Phase der biologischen Maiszünslerbekämpfung liegen auch die Wurzeln unserer Firma.

Die TrichoKarte® MAIS

Die TrichoKarte ist eine millionenfach eingesetzte Ausbringungseinheit für Trichogramma. Sie gewährleistet dem Anwender eine einfache und sichere Ausbringung der Nützlinge. Jede TrichoKarte enthält mind. 2000 von T. brassicae parasitierte Eier, die in 8-10 verschiedenen Wellen nacheinander schlüpfen und sich sofort auf die Suche nach den Schädlingseiern machen.

  • 2 x 50 TrichoKarten pro Hektar und Ausbringung im Mais
  • 3 - 5x 100 TrichoKarten pro Hektar und Ausbringung im Zuckermais
  • Guter Schutz der Nützlinge vor Regen
  • Maschinell gesicherte Dosierung der Eier
  • Einfaches Handling und Ausbringung im Maisfeld
  • Sehr hohe Wirkungsgrade (jährlich amtlich kontrolliert)
  • 8-10 Schlupfwellen pro TrichoKarte, dadurch eine lange Wirkungsdauer von bis zu drei Wochen
  • Das erfolgreichste Verfahren für kleinere bis mittlere Flächen

Die TrichoKugel MAIS®

Die TrichoKugel MAIS® wurde für die einfache und maschinelle Ausbringung der Schlupfwespen auf großen Flächen entwickelt. 2001 im Markt eingeführt, hat sie sich schnell in der breiten Praxis etabliert. Die Landwirte haben die eindeutigen Vorteile des Verfahrens erkannt: eine hohe Produktsicherheit sowie das einfache Handling und Ausbringen der Kugeln.

Die TrichoKugel besteht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff auf Basis von Maisstärke und verhält sich Feuchtigkeit gegenüber neutral. Das Wasser läuft ab, die Kugel trocknet schnell ab und die Tiere werden nicht am Schlüpfen gehindert. Dies ist ein großer Vorteil, da sich die Ausbringungseinheit bei Kontakt mit Feuchtigkeit nicht verändert, die Schlupflöcher bleiben frei. Sind alle Nützlinge geschlüpft, beginnt langsam der Verrottungsprozess.

  • 2x100 TrichoKugeln pro Hektar und Ausbringung im Mais
  • 3-5x100 TrichoKugeln pro Hektar und Ausbringung im Zuckermais
  • Das Verfahren für Betriebe mit großen Flächen
  • Optimal geeignet für die maschinelle Ausbringung
  • Auch per Hand einfache Ausbringung im Maisfeld
  • Durch Volumen und Gewicht sehr gute Werfeigenschaften
  • Sehr hohe Wirkungsgrade
  • Maschinell gesicherte Dosierung der Eier
  • 8- 10 Schlupfwellen pro Kugel, dadurch eine lange Wirkungsdauer von bis zu drei Wochen
  • Die TrichoKugel ist wegen ihrer Stabilität vielfältig maschinell einsetzbar

Die TrichoKugel wird im Zuckermais oder Paprika nur in Abstimmung mit den betrieblichen Gegebenheiten eingesetzt. Hanglagen, Bodentyp, Pflanzengröße und Witterungsverhältnisse zur Ausbringung oder anstehende Arbeiten im Bestand können den Erfolg einer Werfeinheit auf dem Boden einschränken.

Zur Qualitätskontrolle beurteilen wir Kriterien wie Anzahl, Lebensdauer und Anzahl Nachkommen, Wirtsakzeptanz und -präferenz bewertet. Bei den nur 0,4 mm kleinen Trichogramma-Schlupfwespen ist die morphologische Bestimmung sehr schwierig, da hierzu eine Präparation des männlichen Genitalapparates durchgeführt werden muss. Aufgrund artspezifischer Wirts- und Habitats-präferenzen der einzelnen Arten und der damit verbundenen

Eignung zur Bekämpfung eines bestimmten Schädlings, ist die Bestimmung der Trichogramma-Schlupfwespen unabdingbar. Wir untersuchen unsere Trichogramma-Arten regelmäßig per PCR und sichern so deren Qualität.

Grundlage einer erfolgreichen Maiszünslerkontrolle ist eine gründliche Zerkleinerung der Maisstoppel nach der Ernte, da sich zu diesem Zeitpunkt bereits etwa 70 % der Larven unterhalb des 2. Knotens befinden, um in der Stoppel zu überwintern. Ein weiterer wichtiger Nebeneffekt der Stoppelbearbeitung ist eine verbesserte Bodenhygiene. Die Infektion nachfolgender Kulturen wie Weizen oder Mais mit schädigenden Pilzen oder Viren wird reduziert.

Wo das Pflügen nicht möglich ist, sollten die gut zerkleinerten Pflanzenreste von Körner– und Silomais flach eingearbeitet werden, um die Verrottung der Stoppeln zu beschleunigen. Wichtig ist eine großflächig angelegte Stoppelbearbeitung, die im besten Fall die ganze Gemarkung umfasst. Einzelne, nicht bearbeitete Flächen dienen im neuen Jahr als Infektionsherde für alle umliegenden Felder!