Zuckermais

Der Maiszünsler ist wirtschaftlich der bedeutendste Schädling im deutschen Maisanbau. Der Zuckermais ist für den Zünsler besonders attraktiv und er zieht diese Pflanzen jedem Silo- und Körnermaisbestand vor! Diese Präferenz kann dazu führen, dass die Schäden - ohne eine Bekämpfung - sehr hoch ausfallen. Im Zuckermais wirkt sich zudem jeder Fraßschaden direkt aus, da schon geringe Fraßspuren dazu führen, dass ein Kolben nicht vermarktet werden kann.

Die Larven des Zünslers verursachen auch Schäden im Pflanzenstängel. Die Folge sind Störungen in der Nährstoffversorgung und später Stabilitätsprobleme. Erstes typisches Anzeichen für den Befall ist die abgeknickte Fahne. Die Bohröffnungen bieten zudem ideale Eintrittspforten für verschiedene Fusarienarten (Stängel- und Wurzelfäulen, Beulenbrand, usw...), die die erfolgreiche Vermarktung zusätzlich gefährden können. Der Handel und der Kunde verlangen makellose Früchte und das kann durch den Einsatz von Trichogramma erreicht werden.

Der Einsatz von Trichogramma ist eine etablierte Bekämpfungmethode mit einem positiven Image. Ein Verfahren, das beim Anbauer, Handel und Kunden große Zustimmung findet.

In einer wertvollen Kultur wie dem Zuckermais muss die Aufwandmenge erhöht werden. Pro Hektar und Ausbringung werden mind. 100 Karten (bzw. 1 Karte auf 100 qm/1ar) eingesetzt. Bei sehr kleinen Flächen, starkem Vorjahresbefall, exponierten Lagen, Windlagen usw. wird ein Sicherheitszuschlag benötigt. Der Einsatz wird je nach Witterungsverlauf und Flug insgesamt 3-6 Mal im Abstand von 10-14 Tagen wiederholt.

Wir setzen im Zuckermais und Paprika auf die TrichoKarte. Die Karten hängen sicher an der Pflanze und werden nicht durch Begehungen im Bestand, Beregnungs- oder Hackmaßnahmen in ihrer Wirkung beinflußt. Bei hohen Temperaturen, wenn die Reihen noch nicht geschlossen sind, werden frei liegende Kugeln durch die Sonneneinstrahlung geschädigt. Die TrichoKarte ist eine bereits millionenfach eingesetzte Ausbringungseinheit für Trichogramma. Sie gewährleistet dem Anwender eine einfache und sichere Ausbringung der Nützlinge. Jede TrichoKarte enthält mind. 2000 von T. brassicae parasitierte Eier, die in 8-10 verschiedenen Wellen nacheinander schlüpfen und sich sofort auf die Suche nach den Schädlingseiern machen.

Paprika:  Im Paprika wird ebenfalls der Maiszünsler bekämpft. Die Larven verursachen hier durch den Fraß besonders große Schäden.

Schlupfwespen-Einsatz im Zuckermais

Der Einsatz von Trichogramma ist eines der ältesten biologischen Bekämpfungsverfahren in Europa. Bereits Anfang der 70er Jahre wurden erste Maisflächen mit Eiparasiten belegt, um den Maiszünsler zu bekämpfen. In der frühen Phase der biologischen Maiszünslerbekämpfung in den 1980er Jahren liegen auch die Wurzeln unserer Firma.

Zielschädlinge für Trichogramma sind verschiedene Schadmotten wie der Maiszünsler, aber auch Eulen und andere häufig vorkommende Schadschmetterlinge. Regelmäßig treten auch neue Schädlinge auf, deren potentielle Bekämpfung mit Trichogramma wir in unseren Labors untersuchen und entsprechende Bekämpfungskonzepte erarbeiten. Zur Zeit besitzen wir eine Sammlung von etwa 30 Trichogramma-Arten. Aus dieser natürlichen biologischen Vielfalt suchen wir nach Bedarf Kandidaten für neue Bekämpfungsverfahren aus.

Interaktion Trichogramma-Schlupfwespe- Zielschädling

Die nur etwa 0,3 bis 0,4 mm kleinen Trichogramma-Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler zahlreicher Schadschmetterlinge.Die winzigen Hautflügler parasitieren Schädlingseier. D.h. sie belegen diese mit ihren eigenen Eiern. Das Schädlingsei wird dadurch unschädlich gemacht und es entwickelt sich darin ein kleiner Nützling. Aus dem toten Mottenei schlüpft nach etwa 10 Tagen eine Schlupfwespe und sucht nach weiteren Eiern.

Der Zyklus wiederholt sich solange Schädlingseier vorhanden sind. Natürlich vorkommende Populationen reichen für eine erfolgreiche Bekämpfung  nicht aus. Auch eine saisonale Ansiedlung ist nur in wenigen Fällen möglich. Daher werden die Nützlinge in Massen vermehrt und jedes Jahr gezielt zur Zeit der Eiablage des jeweiligen Schädlings freigelassen. In Deutschland sind derzeit etwa 10 natürlich vorkommende Trichogramma-Arten bekannt. Davon werden von uns 4-5 Arten kommerziell gezüchtet. Weltweit gibt es etwa 200 Trichogramma-Arten, von denen etwa 20 Arten in der biologischen Schädlingsbekämpfung genutzt werden.

Die Trichogramma-Schlupfwespen können auch eingesetzt werden gegen Schädlinge wie

  • Wachsmotten in Bienenvölkern und Hummelnestern zur Bestäubung
  • Verschiedene Eulenfalter im Gemüse oder in Tropenhäusern (Gamma-Eule, Kohleule, Gemüseeule, Goldeule)

Ausbringungseinheiten TrichoKarte und TrichoKugel

Als optimale Ausbringungseinheiten haben sich die TrichoKarte und die TrichoKugel bewährt. Darin befinden sich Schlupfwespen in bis zu 10 verschiedenen Alterstadien, um je nach Art und Zielschädling, in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen auszuschlüpfen.

Kompetenz und langjährige Erfahrung

Das Team von AMW verfügt über langjährige Erfahrungen in der Zucht von Trichogramma. Durch die stetige Weiterentwicklung der Massenzuchtsysteme und  maschinellen Fertigungsverfahren können wir innerhalb kürzer Zeit TrichoKarten oder Trichokugeln in großen Stückzahlen liefern.

In unseren Labors unterhalten wir neben den Massenzuchten, eine Sammlung von fast 400 Stämmen aus über 30 verschiedenen Trichogramma-Arten, die unter anderem aus Freilandköderungen stammen. Interessante Zuchtlinien werden in umfangreichen Labortests und Freilandversuchen auf ihre Eignung zur Bekämpfung von Schadmotten untersucht. Auf diese Weise konnten schon geeignete Gegenspieler von Kohleule, Apfelwickler etc. ermittelt werden.

Die molekularbiologische Identifikation von Trichogramma-Schlupfwespen

Für die Qualitätskontrolle von Trichogramma werden Kriterien wie Anzahl, Lebensdauer und Anzahl Nachkommen, Wirtsakzeptanz und -präferenz bewertet. Bei den nur 0,4mm kleinen Trichogramma-Schlupfwespen, die gegen Schadmotten im Pflanzen- wie auch im Vorratsschutz eingesetzt werden, ist die morphologische Bestimmung sehr schwierig, da hierzu eine Präparation des männlichen Genitalapparates durchgeführt werden muss. Aufgrund artspezifischer Wirts- und Habitatspräferenzen der einzelnen Arten und der damit verbundenen Eignung zur Bekämpfung eines bestimmten Schadlings, ist die taxonomische Bestimmung der Trichogramma-Schlupfwespen unabdingbar.

Derzeit gibt es in Deutschland keinen aktiven Experten für eine morphologische Untersuchung. Die molekularbiologische Untersuchung per PCR ist eine sichere Alternative, verschiedene Trichogramma-Arten zu identifizieren. Wir untersuchen unsere Trichogramma-Arten regelmäßig ua. per PCR und sichern so die Qualität für den Bekämpfungseinsatz.

Einsatz TrichoKarte / TrichoKugel im Zuckermais

Der Maiszünsler ist wirtschaftlich der bedeutendste Schädling in den europäischen  Maisanbauregionen. Die Larven des Zünslers verursachen durch ihre  Fraßtätigkeit im Pflanzenstängel erhebliche Schäden an der Pflanze. Die Folge sind Wachstumstörungen und Stabilitätsprobleme. Erstes typisches Anzeichen für den Befall ist die abgeknickte Fahne. Die Bohrlöcher bieten zudem ideale Eintrittspforten für verschiedene Fusarienarten (Stängel- und Wurzelfäule, Beulenbrand, usw), die eine erfolgreiche Vermarktung der Ernte gefährden können.

Im Zuckermais führen die Fraßschäden dazu, daß die Vermarktung der Maiskolben nur noch eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr möglich ist.

TrichoKarte MAIS® - für eine mehrmalige Ausbringung von je 100 TrichoKarten / ha  Zuckermais

Die TrichoKarte ist eine millionenfach in der Praxis (und Versuchen) bewährte Ausbringungseinheit für Trichogramma und bietet dem Anwender die folgenden Vorteile:

  • 100 TrichoKarten pro Hektar und Ausbringung im Zuckermais
  • Guter Schutz der Nützlinge vor Regen
  • Maschinell gesicherte Dosierung der Eier
  • Einfaches Handling und Ausbringung im Maisfeld
  • Sehr hohe Wirkungsgrade (jährlich amtlich kontrolliert)
  • 8-10 Schlupfwellen pro TrichoKarte, dadurch eine lange Wirkungsdauer von bis zu drei Wochen
  • Das erfolgreichste Verfahren für kleinere bis mittlere Flächen

Aufwandmenge pro Hektar

Pro Hektar und Ausbringung werden 100 TrichoKarten benötigt. Jede TrichoKarte enthält mindestens 2000 von Trichogramma brassicae parasitierte Eier (= 200.000 Nützlinge / ha / Ausbringung).

Die TrichoKugel MAIS® - mehrmalige Ausbringung von je 200 TrichoKugeln / ha

Die TrichoKugel MAIS® wurde speziell für die einfache und maschinelle Ausbringung der Schlupfwespen auf großen Flächen entwickelt. 2001 im Markt eingeführt, hat sie sich schnell in der breiten Praxis etabliert. Die Landwirte haben die eindeutigen Vorteile des Verfahrens erkannt: die hohe Produktsicherheit sowie das einfache Handling und Ausbringen der Kugeln im Feld.

Die TrichoKugel besteht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff auf Basis von Maisstärke und verhält sich Feuchtigkeit gegenüber zuerst neutral. Das Wasser läuft ab, die Kugel trocknet schnell ab und die Tiere werden nicht am Schlüpfen gehindert. Dies ist ein großer Vorteil, da sich die Ausbringungseinheit bei Kontakt mit Feuchtigkeit nicht verändert, die Schlupflöcher bleiben frei.

Sind alle Nützlinge geschlüpft, beginnt langsam der Verrottungsprozess der TrichoKugel.

Durch die eigene Zucht und Produktion können wir gewährleisten, dass die Qualität der TrichoKugeln gleichbleibend hoch ist und der Maiszünsler erfolgreich bekämpft werden kann.

Die TrichoKugel MAIS® bietet dem Anwender folgende Vorteile:

  • Das Verfahren für Betriebe mit großen Flächen
  • Optimal geeignet für die maschinelle Ausbringung
  • Auch per Hand einfache Ausbringung im Maisfeld
  • Durch Volumen und Gewicht sehr gute Werfeigenschaften
  • Sehr hohe Wirkungsgrade
  • Maschinell gesicherte Dosierung der Eier
  • 8- 10 Schlupfwellen pro Kugel, dadurch eine lange Wirkungsdauer von bis zu drei Wochen
  • Die TrichoKugel ist wegen ihrer Stabilität vielfältig maschinell einsetzbar

Pro Hektar Zuckermais und je Ausbringung werden 200 TrichoKugeln verteilt. Jede TrichoKugel enthält mindestens 1000 von Trichogramma brassicae parasitierte Eier (200.000 Tiere / ha / Ausbringung). Im Zuckermais und Paprika muss die Ausbringung je nach Region und Flugdauer bis zu 5 Mal im Abstand von 10-14 Tagen wiederholt werden.

Die TrichoKugel wird im Zuckermais oder Paprika nur nach Absprache und in Abstimmung mit den betrieblichen Gegenheiten eingesetzt. Hanglagen, Bodentyp, Pflanzengröße und Witterungsverhältnisse zur Ausbringung oder anstehende Arbeiten im Bestand können den Erfolg einer Werfeinheit auf dem Boden einschränken.

Die maschinelle Ausbringung der TrichoKugel - von Anfang an ein großer Erfolg

Die TrichoKugel wird bereits seit 2002 maschinell ausgebracht und war lange Jahre das führende Verfahren in der maschinellen Ausbringung von Nützlingen im Mais. Für die Entwicklung der maschinellen Ausbringung mit dem Stelzenschlepper sind Alfons Geiger und sein Team 2003 mit dem Landwirtschaftspreis L.U.I ausgezeichnet worden. Die TrichoKugel wurde in den neuen Bundesländern mit Agrarfliegern ausgebracht, es wurden Einsätze und Feldversuche mit einem ferngesteuerten Zeppelin, mit Fluggleitschirmen, Helikoptern und Verteilsystemen auf Basis eines Düngerstreuers durchgeführt.

Ausbringung von Trichogramma durch Multikopter

Einer Kooperation mit der Schweizer Genossenschaft fenaco Ufa Samen Nützlinge entstammt eine, seit 2013 unter dem Markennamen `Optikugel` eingesetzte Werfeinheit, die vorrangig mit Multikoptern verteilt wird. Nach einer Idee von Bernd Wührer wurde die Multikopter-Technik von Wissenschaftlern der Fachhochschule Bern in Zusammenarbeit mit der Schweizer Genossenschaft entwickelt.

Freilassungstermine für Trichogramma im Zuckermais:

Die Einsatztermine können mit Hilfe von Licht- oder Pheromonfallen ermittelt werden. Im Vorfeld kann die Entwicklung in sog. Schlupfkäfigen mit eingelagerten Maisstoppeln überwacht werden.

Die 1. Ausbringung erfolgt je nach Region ab Mitte Juni, weitere Freilassungen im Abstand von 10-14 Tagen (während der gesamten Flugdauer). Die Bekämpfung der bivoltinen Maiszünsler-Rasse (2. Generation) erfolgt früher, abhängig von der Witterung oft schon Ende Mai. Die Termine für den Einsatz im Zuckermais werden in der Regel inviduell mit dem Betrieb oder der verantwortlichen Beratung vereinbart.

Maiszünsler-Monitoring:

Seit 2007 wird von der LTZ Karlsruhe-Augustenberg ein überregionaler Ring von Licht-und Pheromonfallen verwaltet. Die Daten werden zentral erfasst und im Internet veröffentlicht (www.maiszuenslermonitoring.de). Die Information der Landwirte über die regionalen Ausbringungstermine im Körner- Silo- und Saatmais erfolgt über den amtlichen Warndienst, den Handel und die Wochenblätter.

Unser Service im Zuckermais und Paprika

Seit 2011 konzentrieren wir uns auf den Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen im Zuckermais, Baby Corn, Popcorn, Paprika, in Zuchtgärten, Vermehrung  usw.

Wir führen für Anbaubetriebe auch das Monitoring zur Terminierung des Einsatzes durch. Dazu beobachten wir die Verpuppung und kontrollieren den Falterflug und die Eiablage bei regelmäßigen Besuchen auf dem Flächen. Von diesen Daten profitieren alle unsere Maiskunden. Nach den gesammelten Daten wird in Abstimmung mit der Betriebsleitung ein Ausbringungstermin festgelegt.

Die Beobachtung der Entwicklung und sichere Festlegung der Ausbringungstermine ist in diesen Kulturen besonders wichtig. Bereits mit dem Ausgang des Winters beginnen deshalb die ersten Bonituren im Feld. Im Herbst eingesammelte Maisstoppel, werden in einem Schlupfkäfig gelagert und ab März regelmäßig kontrolliert. Mit dem Beginn der Verpuppung mehrmals wöchentlich bis zum Flugbeginn. Auch danach muss der Flug beobachtet und die Anzahl und Rhythmus der Ausbringungen festgelegt werden.

Die ersten Maiszünsler halten sich oft in benachbarten Kulturen der Maisfelder auf. Hier können sie - auf die altmodische Art - aufgescheucht und mit dem Netz gefangen werden!

Bei Interesse am Einsatz von Trichogramma im Zuckermais oder Paprika stellen wir unseren Partnern gerne - neben unserem Know-how - auch Licht oder -Pheromonfallen zur Verfügung und binden unsere Kunden in unser Monitoringsystem ein.

Qualität und Service zeichnen unsere Arbeit seit Jahren aus. Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung in der Praxis. Wir informieren Sie gerne über die Einsatzmöglichkeiten in ihrem Betrieb.

 

Der Maiszünsler - eine Gefahr für den Mais

Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) ist der wirtschaftlich bedeutendste Schädling im europäischen Maisanbau. Ohne die direkte Bekämpfung kann er erhebliche Ernteverluste von mehr als 30 dt/ha verursachen. Die Schadschwelle liegt im Körnermais bei 25-30% befallener Pflanzen, im Silomais bei 35-45%.

Verbreitungsgebiet:

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Deutschland eingeschleppt, tritt er inzwischen in allen Anbaugebieten auf. Bis vor etwa 15 Jahren sorgte er nur in den alten Kerngebieten für Schäden. Diese Befallsgebiete umfassetn in erster Linie den Rheingraben, den Bodensee-Raum, Südhessen, Teile der Pfalz und den Großraum Stuttgart. Heute findet man den Zünsler in allen süddeutschen Anbaugebiten, auch in Höhenlagen bis 700 m. Und er breitet sich weiter aus. Nach Norden hin, hat er über das Kölner Becken, die niedersächsischen Anbaugebiete erreicht. Im Osten richtet er flächig in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Teilen Brandenburgs größere Schäden an. Erste Falter wurden bereits 2006 an der Nordsee gefangen.

Auch in den Nachbarländern Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Österreich werden zum Teil erhebliche Schäden registriert. In der Schweiz, Italien und Frankreich tritt er regional sogar in zwei Generationen auf.

Der Maiszünsler ist polyphag, d.h. er entwickelt sich neben dem Mais in vielen anderen Kulturen wie Paprika, Tomaten, Hopfen, Bohnen, Brennesseln, Amaranth-Arten usw.). Seine enorme Anpassungsfähigkeit an verschiedene Kulturpflanzen und Klimabedingungen ist die Ursache für die immer weiter fortschreitende Ausbreitung, auch in eher unwirtliche Regionen hinein.

Der Schädling:

Die Larven überwintern in den Maisstoppeln. Je nach Witterung beginnt ab Mitte/Ende Mai die Verpuppung und ab Anfang Juni fliegen die ersten Falter. Der Falterflug beginnt mit dem Flug der Männchen, die Weibchen folgen im Abstand von 3-5 Tagen. Die nachtaktiven Falter verbergen sich tagsüber im Mais, oft aber auch in Nachbarkulturen. Mit Beginn der Dämmerung werden sie aktiv, und die Weibchen legen die Eier in dachziegelartigen Gelegen von bis zu 40 Eiern an den Blattunterseiten der Maispflanzen ab.

Während der circa 10-tägigen Lebensdauer, legt ein Weibchen bis zu 1000 Eier ab. Für die Eiablage werden hohe und üppige Maisbestände bevorzugt.  Die schlüpfenden Larven fressen zuerst an den Blüten und obersten Blättern der Pflanzen, seilen sich dann ab und bohren sich schließlich in die Maispflanze ein. Vor dem Einbohren verteilen sich die Larven auch durch den Wind, in dem sie sich an einem Spinnfaden hängend, weiter tragen lassen. So können sie Strecken bis zu 4 m zurücklegen. Ab dem 3. Larvenstadium erfolgt die Einbohrung in den Stängel und Kolben.

Die Maiszünslerlarve kann sich nicht durch den harten Pflanzenknoten fressen, sie verlässt deshalb den Stängel und bohrt sich neu ein oder wechselt die Pflanze. Zum Ende der Vegetationsperiode ist die Larve an der Stängelbasis angekommen, wo sie überwintert. Die Larve überwintert in Diapause, einer genetisch festgelegten Winterruhe, die durch Temperatur und Licht ausgelöst wird.  Der Anteil der überwinternden Larven wird natürlich durch Verpilzung oder Vogelfraß reduziert.

Die bivoltine Maiszünslerrasse

In Deutschland fliegt überwiegend eine (univoltine) Generation des Maiszünslers, allerdings wird seit 2003 regional eine zweite Generation beobachtet, die sich in Südbaden etabliert hat. Im südlichen Europa treten regelmäßig 2-3 Generationen auf. 2015 war wieder ein starker Flug der bivoltinen Maiszünslerrasse zu beoabachten, partiell sind auch Puppen einer 3. Generation gefunden worden. Auch auf dem Referenzstandort in Nordbaden haben wir eine Puppe gefunden, die evtl. auf das beginnende Vorkommen der bivoltinen Rasse hindeutet.

Neben der zusätzlichen Bedrohung des Maisanbaues durch den Maiswurzelbohrer, tritt eher unbemerkt eine weitere Larve auf, die den Mais regional erheblich schädigen kann: der Baumwollkapselwurm Helicoverpa armigera. Ein aus dem Mittelmeerbereich einwandernder Schädling, der ähnlich wie der Maiszünsler eine große Palette verschiedener Pflanzen befällt und durch den Fraß erheblich schädigt. Auch Helicoverpa hat sich 2015 regional zu einem Problem entwickelt, die großen Larven verursachten im Gemüse und Tomaten Schäden, auch im Zuckermais wurden Larven beobachtet.

Das Aussehen der Maiszünsler wird von der Farbe der Flügel bestimmt. Die Falter haben eine Gesamtlänge von 20-30 mm. Die Farben und Zeichnungen der Falter können differieren.

Weiblicher Falter:

Mit einer Größe von 25-30mm länger als die Männchen. Die Vorderflügel sind hell- bis ockergelb, mit drei gezackten Binden. Die graubraunen Hinterflügel sind durch zwei dunkle Querbinden mit einem hellen Saum gekennzeichnet. Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal ist der dicke Hinterleib der Weibchen.

Männlicher Falter:

Die Vorderflügel des Männchens sind zimtbraun mit gelben zackig über den Flügel verlaufenden Querbinden. Typisch ist der helle Mittelfleck. Die Hinterflügel sind graubraun mit hellem Saum.

Die Lebensdauer der Falter wird stark von den Witterungsverhältnissen beeinflusst, im Schnitt leben die Falter zwischen 4 und 10 Tage. Bei hoher Luftfeuchte länger als bei niedriger. Die Weibchen leben länger als die Männchen. Das Geschlechterverhältnis liegt bei circa 50:50.

Ein trockener, warmer Witterungsverlauf führt in der Regel zu einem kurzen und starken Flug der Falter. In feuchten und kühlen Sommern verschleppt sich der Flug über einen wesentlich längeren Zeitraum. Die Falter werden bei Nachttemperaturen über 11°C aktiv, die Hauptaktivität liegt bei 18-20°C. Die Falter nutzen Thermik und Winde und können so weite Strecken bis 20 km pro Nacht zurück legen.

Entscheidend für den späteren Befall ist die Witterung während der Eiablage. Ein Weibchen kann unter optimalen Bedingungen bis  zu 1000 Eier ablegen. Die Weibchen fliegen entlang der Reihen und bevorzugen kräftige Pflanzen für die Eiablage. Ein großer Teil der schlüpfenden Larven stirbt bereits in den ersten Entwicklungsstadien. Sind die Klimabedingungen in diesem Zeitraum optimal, ist der Anteil überlebender Larven höher.

Sekundäre Schäden bedingt durch den Maiszünsler

Der Fraß der Larve zerstört die Leitungsbahnen innerhalb der Maispflanze; das führt zu einer Mangelversorgung, die zu einer schwachen Kolbenausbildung und geringen Pflanzengröße führen kann. In Jahren mit einem starken Kolbenbefall, erfolgt zudem eine verstärkte Infektion der Kolben mit verschiedenen Fusariumpilzen oder mit Beulenbrand. Die sich daraus bildenden Mykotoxine haben z.B. 2014 zu großen Problemem bei der Vermarktung geführt.

Die indirekte, mechanische Bekämpfung der Larven:

Die Maiszünslerbekämpfung ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Sicherung einer erfolgreichen Ernte. Zur Ernte befinden sich etwa 70 % der Larven unterhalb des 2. Knotens. Daher sind neben der direkten Bekämpfung, auch indirekte Bekämpfungsmaßnahmen wie das Zerhäckseln der Stoppeln und ein sauberes und tiefes Pflügen wichtig, um den der Anteil überlebender Maiszünslerlarven deutlich zu reduzieren. Es dürfen dabei keine ganzen Stängelreste an der Bodenoberfläche verbleiben, in denen die Larven überwintern.

Ein weiterer wichtiger Nebeneffekt der Maisstoppelbearbeitung ist eine verbesserte Bodenhygiene. Die Infektion nachfolgender Kulturen wie Weizen oder Mais mit schädigenden Pilzen oder Viren wird reduziert.

Wo das Pflügen nicht möglich ist, sollten die gut zerkleinerten Pflanzenreste von Körner– und Silomais flach eingearbeitet werden, um die Verrottung der Stoppeln zu beschleunigen. Eine Kalkung mit kohlensaurem Magnesiumkalk und Stickstoff intensiviert die Strohrotte. Die zusätzliche Gabe von Kalkstickstoff im Frühjahr, fördert die Rotte und hat eine insektizide Wirkung auf Bodenschädlinge.

Die Mulchsaat hat arbeitswirtschaftliche und ökologische Vorteile. Aber der pfluglose Anbau von Mais fördert den Vormarsch des Zünslers, wenn zu viele oberirdisch verbleibende und nicht zerkleinerte Pflanzenteile Überwinterungsmöglichkeiten für die Larven bieten.

Wichtig ist vor allem eine großflächig angelegte Stoppelbearbeitung, die im besten Fall die ganze Gemarkung umfasst. Einzelne, nicht bearbeitete Flächen dienen im neuen Jahr als Infektionsherde für alle umliegenden Felder!

Ein Beispiel zur Populationsentwicklung des Maiszünslers

Annahme:
1 Weibchen legt ca. 30 Gelege ab aus denen sich je 5 Larven entwickeln
1 x 30 x 5 = 150 Larven (= 75 Weibchen)
Die Population erhöht sich um den Faktor 75!
Um die Population allein auf gleichem Niveau zu halten, müssten 74 der 75 Weibchen sterben.
Dies entspricht einer notwendigen Reduktion von 98,7%!

Eine Bekämpfung durch Mulchen, Hächseln oder sonstiger Zerkleinerung der Maisstoppel sollte deshalb regelmäßig durchgeführt werden.

Auf dem DMK-Praktikertag 2016 in Dummersdorf gab es einige Lösungen zu sehen. Aktuelle Technik für die Maisstoppelbearbeitung im Überblick auf

www.agrarheute.com/bilder/maisstoppeln-zerkleinern-aktuelle-technik-ueberblick

Quelle: Deutsches Maiskomitee e.V. (DMK)

Die 2. Generation des Maiszünslers

Die 2. Generation des Maiszünslers

Schon im heißen Sommer 2003 mehrten sich in einigen Regionen die Hinweise auf das Vorkommen einer 2. Generation des Maiszünslers. Im Spätsommer 2006 haben wir Rahmen der Versuche zum DBU-Projekt Helicoverpa, südlich von Freiburg außergewöhnlich viele Maiszünsler in der Lichtfalle gefangen, sowie kleine Larven in den Maispflanzen gefunden. Dies war der Beginn der Aufzeichnung der 2.Generation in Deutschland. Nach einem starken Anstieg in den Jahren 2007 und 2008 hat sich diese Rasse inzwischen in Sudbaden etabliert.

Die bivoltine Maiszünsler-Rasse (zwei Generationen/Jahr) kommt seit Jahrzehnten in Südfrankreich, Italien, Spanien und in der Schweiz entlang des Genfer Sees und im Tessin vor. In einigen Regionen Nordamerikas tritt der Maiszünsler sogar in drei Generationen auf, aus China wird von bis zu 6 Generationen berichtet.

Wie das Vordringen der univoltinen Maiszünsler-Rasse in die nördlichen Anbaugebiete und die Höhenlagen, so ist auch die Ausbreitung der bivoltinen Maiszünsler auf die sich ändernden Klimabedingungen zurückzuführen. Diese Rasse hat einen geringeren Temperaturbedarf für die Entwicklung, wodurch sie in der Lage ist, pro Jahr zwei Generationen hervorzubringen und zu vollenden!

Jetzt auch im Norden Baden-Württembergs?

Während in St. Leon-Rot, einer unserer wärmsten Ecken und Beobachtungstandorte im nördlichen Baden-Württemberg, die Verpuppung der univoltinen Maiszünsler-Rasse gerade begonnen hat, fanden wir Ende Mai bei einer Kontrolle auf einem Standort im Raum Mannheim bereits leere Puppenhüllen in den Maisstoppeln. Beim anschließenden Keschern wurden sowohl männliche als auch weibliche Falter gefangen, die über Nacht im eigens aufgestellten Käfig erste Eier abgelegt haben. Vermutlich handelt es sich hier um ein neues Verbreitungsgebiet der bivoltinen Rasse. Zur Klärung dieser Frage wird der Entwicklungsverlauf während der Saison 2017 intensiv beobachtet.

Die Verpuppung der bivoltinen Maiszünsler erfolgt bereits ab Anfang Mai und die Falter beginnen Mitte bis Ende Mai mit dem Flug und der Eiablage. Die Entwicklung vom Ei zur Larve dauert 3 -7 Tage und bereits Ende Juli haben diese Larven ihre Maximalgröße (L5) erreicht und sind bereit für die Verpuppung.

Die zweite Generation der bivoltinen Rasse fliegt Anfang/Mitte August bis in den September hinein. Die Larven, die aus diesen Eiern schlüpfen, fressen bevorzugt an den reifenden Kolben und verursachen dadurch besonders großen Schaden. In der Folge siedeln sich an den Fraßstellen Fusariumpilze  an. Die Larven können sich bis zum Winter soweit entwickeln, dass eine Überwinterung möglich ist.

Unterschiede zwischen der univoltinen und bivoltinen Maiszünsler-Rasse

Univoltine Rasse Bivoltine Rasse
Eine Generation pro Jahr Zwei Generation pro Jahr
Verpuppungsbeginn bei 200 TG (Tagesgrade der Temperatursumme) Verpuppungsbeginn der 1. Generation bei 50 TG (Tagesgrade der Temperatursumme)
Puppendauer circa 150Tage Puppendauer circa 130-150 Tage
Flugbeginn bei 350 Tagesgraden Flugbeginn der
1. Generation bei 200 Tagesgraden
Erste Larven bei 430 Tagesgraden

Entwicklung der bivoltinen Maiszünsler in Südbaden, Aufstellung nach Grafik: LTZ Karlsruhe-Augsutenberg)

Die Ausbreitung der bivoltinen Maiszünsler-Rasse seit 2006

Ausbreitung der bivoltinen Maiszünsler in Südbaden
(Grafik: LTZ Karlsruhe)

Univoltin oder bivoltin?

Der Befall durch die bivoltine Rasse unterscheidet sich von der univoltinen Rasse durch das erste Schadbild. In den Blättern der jungen Maispflanzen finden sich Reihen kreisrunder Löcher, die die Larven der 1. Generation in die eingerollten Blätter fressen.

Die Bekämpfung der bivoltinen Maiszünsler

Wichtig ist es, dass die Bekämpfung gleich beim Erscheinen der ersten Generation beginnt. Da diese bereits Ende Mai fliegt, muss die erste Ausbringung der Trichogrammen zu diesem Zeitpunkt erfolgen. 2009 wurden erstmals auf Empfehlung der LTZ Karlsruhe drei Einsätze der Nützlinge (1. Ende Mai, 2. Mitte Juni, 3. Ende Juli) mit insgesamt 500.000 Tieren/ha ausgebracht.

Zur Bekämpfung der univoltinen Rasse wird das erste Mal Mitte bis Ende Juni Trichogramma ausgebracht. Abhängig von der Witterung werden 10 bis 14 Tage später ein zweites Mal erneut 100.000 Trichogrammen pro Hektar verteilt. Das ist in der Regel ausreichend, um Wirkungsgrade von bis zu 80 % zu erreichen. Die Bekämpfungssituation wird durch das Erscheinen der bivolitnen Rasse nicht einfacher. Die Flugzeiten der beiden Rassen überschneiden sich und die bivoltine Rasse breitet sich von Jahr zu Jahr immer weiter aus.

Die indirekte, mechanische Bekämpfung des Maiszünslers

Es gilt die Population der Maiszünsler großräumig niedrig zu halten. Um die Anzahl der überwinternden Raupen zu reduzieren, ist es wichtig, die auf dem Feld verbleibenden Pflanzenreste gründlich zu zerkleinern und nach Möglichkeit sauber einzupflügen. Die Mulchsaat hat arbeitwirtschaftliche und ökologische Vorteile. Aber der pfluglose Anbau von Mais gehört zu den Faktoren, die die Ausbreitung des Zünslers begünstigen. Oberirdisch verbleibende Pflanzenteile bieten den Larven optimale Überwinterungsmöglichkeiten, in denen sie auch  sehr tiefe Minusgrade  überleben.

Heute steht eine große Auswahl an Häckslern und Bearbeitungsgeräten für eine gründliche Zerkleinerung der Maisstoppel zur Verfügung. Allein durch diesen Bearbeitungsgang kann die Anzahl der überlebenden Raupen deutlich reduziert und der Befallsdruck für das Folgejahr gesenkt werden. Aber nur das systematische Hächseln aller Maisflächen in der Gemarkung führt zum Erfolg, bleiben einzelne Maisfelder unbearbeitet, dann dienen sie als Infektionsherde für das neue Jahr.

Maiszünslerbekämpfung mit den Braconiden

Das sich wandelnde Klima stellt auch die Bekämpfung des Maiszünslers vor neue Herausforderungen. Der Einsatz von Nützlingen im Mais bleibt davon nicht verschont, da sich Flug und Eiablage nun über längere Zeiträume hinziehen. Auch sind der Entwicklungsdauer und Leistungsfähigkeit der Trichogrammen natürliche Grenzen gesetzt. Weitere Ausbringungen oder höhere Aufwandmengen pro Hektar machen die Bekämpfung dagegen teuer.

Deshalb sind in einigen Fällen ergänzende Bekämpfungsmaßnahmen notwendig. Eine Möglichkeit ist die Ausbringung von Bracon brevicornis, einer Brackwespe, die Larven des Maiszünslers parasitiert. Im Sommer 2008 haben wir diesen Larvenparasiten erstmals in Versuchen eingesetzt und in einem 3-jährigen Forschungsprojekt zusammen mit der Universität Bremen untersucht. In Kombination mit Trichogramma, sollte die Brackwespe die Effizienz der biologischen Maiszünslerbekämpfung erhöhen.

In dem ZIM-Forschungsprojekt untersuchten die Kollegen der Universität Bremen den Verpaarungmechanismus, der bei B. brevicornis im Gegensatz zur Mehlmottenschlupfwespe B. hebetor zu Zuchtproblemen führt. Unter Laborbedingungen entstehen dann Männchen, die steril sind. Damit sinkt der Weibchenanteil deutlich. Im Rahmen des Projektes konnte keine befriedigende Zuchtmethode gefunden werden.

In den Versuchsfeldern haben die Freilassungsversuche mit B. brevicornis keine stabilen Bekämpfungserfolge gezeigt. Bei Versuchen in 2006/07 im Elsaß konnten bis zu 20% bessere Wirkungsgrade bei der Variante Trichogramma + Brackwespen verzeichnet werden, anderorts konnte das nicht wiederholt werden. In Nordbaden traten unsere Brackwespen im zweiten Jahr nach der Bekämpfung in Erscheinung, während sie im Versuchsjahr kaum nachweisbar waren.

Unser Fazit lautet deshalb: es spielen weitere ökologische Aspekte und mögliche Zwischenwirte eine entscheidende Rolle. Die Bedingungen für die Brackwespen sind an jedem Standort unterschiedlich gut. Damit hat das Projekt auch einige neue Fragen zur Biodiversität im Mais aufgeworfen. Trotz der etwas ernüchternden Bilanz bzgl. der Anwendung im Mais, ist B. brevicornis in Zucht geblieben. Heute setzen wir sie partiell nach Bedarf und Gegebenheit bei  Kunden ein.

Im Projekt konnten aber wichtige Erkenntnisse zur Zucht der Braconiden allgemein gewonnen werden und auf die Zucht anderer Arten übertragen werden. Diese Braconiden werden inzwischen erfolgreich zur Bekämpfung von Mottenlarven im Lager eingesetzt. Bei Feldbonituren finden wir immer wieder von Bracon parasitierte Maiszünslerlarven. Zuletzt wieder gehäuft im Sommer 2015 und 2016. Im Sommer 2017 wurde bei Kontrollen im Zuckermais auch ein größeres Vorkommen einer Pteromalidae gefunden. Dieser Hyperparasit kommt immer wieder mal in Einzelexemplaren vor, dieses Mal waren es viele Tiere von Pteromalus crassinervis (Thomson, 1878) (syn. Habrocytus c.), die kurzfristig auch in Zucht genommen wurden.

Forschungsprojekt

Von 2009 bis Juli 2012 erforschten wir die Wirkung von Bracon brevicornis zur biologischen Bekämpfung des Maiszünslers in einem Forschungsprojekt. Das Kooperationsprojekt in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen wurde gefördert durch das ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi).

Maiszünslerbekämpfung aus der Luft

Um die biologische Bekämpfung mit Trichogramma auch für große Betriebe attraktiv zu machen, haben wir bereits Ende der 90er Jahre mit der Entwicklung einer Ausbringungseinheit begonnen, die maschinell ausgebracht werden kann.

In den Folgejahren hat die TrichoKugel ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gezeigt. Sie wird seit 2002 großflächig maschinell ausgebracht. Die TrichoKugel wurde in den neuen Bundesländern mit Agrarfliegern ausgebracht, es wurden Einsätze und Feldversuche mit einem ferngesteuerten Zeppelin, mit Fluggleitschirmen, Agrarfliegern, Helikoptern und Verteilsystemen auf Basis von Düngerstreuern durchgeführt. Der Stelzenschlepper verteilte pro Tag auf ca. 100 Hektar Mais Trichogrammen. Die TrichoKugel war damit das führende Verfahren in der maschinellen Ausbringung von Nützlingen. Auch heute kann die TrichoKugel in allen gängigen Ausbringungssystemen eingesetzt werden.

Mit der Verfügbarkeit des GPS-Systems und der Mini-Drohnen, hat sich eine neue und elegante Möglichkeit der Ausbringung aus der Luft eröffnet.

Seit 2013 wird die Verteilung der Werfeinheiten mit Multikoptern getestet. 2015 erfolgte ein erster großflächiger Einsatz in der Praxis. Inzwischen haben verschiedene Genossenschaften, Unternehmen und Maschinenringe die Ausbringungstechnik weiter verfeinert. Die von Koptern behandelte Fläche nimmt von Jahr zu Jahr zu. Wir besitzen auch einen Multikopter, der hier seine Runden dreht:

Weiterentwicklungen

Die Drohne zur Verteilung der TrichoKugeln gehört schon fast zu den etablierten Verfahren im Maisanbau. In unseren diesjährigen Versuchen sind wir einen Schritt weiter gegangen und haben die Nützlingseier lose und in einer Flüssigkeit formuliert ausgebracht. Unter anderem mit der neuen DJI-Agras MG-1. Eine Drohne der nächsten Generation.

Im Gegensatz dazu ist die Phantom 4 winzig, liefert aber tolle Bilder. Mit ihr sind wir im Herbst über unsere Versuchsflächen geflogen und haben uns einen ersten Überblick aus der Luft verschafft!