Lager

Vorratsschädlinge wie der Kornkäfer verursachen weltweit Schäden im Milliardenhöhe. Eine direkte Bekämpfung vermindert Verluste von wertvollen Lebensmitteln oder Saatgut. Jahrzehntelang gehörte die chemische Bekämpfung der Schädlinge im Lager zum Standard. Nachdem nur noch wenige Präparate zugelassen sind, werden zunehmend Alternativen nachgefragt. Derzeit ist z. B. nur ein chemisches Mittel für die Behandlung von Leerräumen zugelassen. Nützlinge oder Silikatstaub-Präparate können im leeren Lager eingesetzt werden, aber nicht gleichzeitig!

Neben der Verbesserung der Lagerungstechnik (Neubauten von Lagern, Kühltechnik usw.) wird deshalb auch der Einsatz von Nützlingen zur biologischen Bekämpfung immer interessanter.

Biologische Bekämpfungsverfahren werden seit Jahren erforscht und einige Verfahren haben bereits den Weg in die Praxis gefunden. Für viele Schädlingsbekämpfer, Lagerhalter und Landwirte ist der Nützlingseinsatz noch Neuland, findet aber zunehmend Interesse. Mit dem Einsatz von Nützlingen wird die Idee eines integrierten Vorratsschutzes verfolgt: wir streben eine biologische Bekämpfung mit Nützlingen an, empfehlen im Einzelfall aber auch - wenn die Befallsbedingungen zu extrem sind - den Einsatz eines Insektizides, um das Befallsniveau zu senken.Im Folgejahr kann der Einsatz von Nützlingen wieder aufenommen werden.

Langfristig können nur präventive Bekämpfungsstrategien und strikte Hygienekonzepte zum Erfolg führen. Standardmäßig gehört dazu auch ein Schädlingsmonitoring, das einen kontinuierlichen Überblick der Aktivität von Schädlingen gewährleistet. Eine Getreidelagerung verpflichtet zur Schädlingskontrolle. Futtermittel und Lebensmittel-Rohstoffe müssen frei von Schädlingen sein.

Ein gut gereinigtes und sauber gehaltenes Lager hat gute Chancen über Jahre schädlingsfrei zu bleiben. Der Einsatz von Nützlingen soll die Vermehrung der Schädlinge verhindern und hat die beste Wirkung bei einer Leerraumbehandlung und einem Einsatz bei Einlagerung.

Der Nützlingseinsatz ersetzt nicht regelmäßig notwendige Hygienemaßnahme und die Kontrolle auf Schädlingsbefall! Wichtig ist auch eine gute Beratung und Erfassung des Ist-Zustandes vorort. Bereits von Schädlingen durchseuchte Lagerbestände können weder mit Nützlingen noch mit chemischen Mitteln „gereinigt“ werden.

Die goldenen Regeln zur Vermeidung von Schäden durch Schadinsekten lauten deshalb:

  • Befallsvermeidung durch eine gute und regelmäßige Lagerhygiene
  • Beobachtung und frühzeitiges Erkennen des Befalls durch ein Schädlingsmonitoring
  • Einsatz einer geeigneten Bekämpfungsmaßnahme, wie z.B. den Nützlingseinsatz

Mottenbekämpfung im Lager

Vorratsschädigende Motten (Dörrobst-, Mehl- oder Getreidemotten) sind weit verbreitete Schädlinge in Betrieben der Lebensmittelverarbeitung und Lagerung. Gefährdete Waren sind Getreideprodukte, Nüsse, Gewürze, Tees, Nudeln, diverse Süßwaren, wie z.B. Schokolade. Oft ist aber auch Trockentierfutter für Haustiere, vor allem Vogel- und Körnerfutter befallen. Hier können sich die Larven optimal entwickeln.

Ein Befall durch Lebensmittelmotten ist unappetitlich und unter Umständen auch gesundheitsgefährdend. Durch die Fraßtätigkeit der Larven werden Lebensmittel verdorben. Der Verzehr befallener Lebensmitteln kann zu allergischen Reaktionen, Schleimhautreizungen bis hin zu Darmerkrankungen führen. Auf den Kotresten siedeln sich zudem Milben und verschiedene schädliche Pilze an. Von Vorratsschädlingen befallene Lebensmittel sind deshalb nur noch bedingt verkehrsfähig und müssen  entsorgt werden.

Am häufigsten kommt auch im Lager die sog. Lebensmittelmotte vor, die Dörrobstmotte Plodia interpuncutella.

 

Aussehen der Dörrobstmotte (Plodia interpunctella):

Die Falter sind sehr leicht an der markanten Flügelfärbung zu erkennen (auf den Vorderflügeln bronzefarbene Binden auf silberfarbenem Grund), Größe ca. 1 bis 1,5 cm. Die Larven sind gelblich-weiß gefärbt und werden bis 1,5 cm groß.

Lebensweise der Motten:

Die weiblichen Falter legen ihre Eier (200-300 Eier/Weibchen) an oder in direkter Nähe zu Lebensmitteln ab. Schon kurze Zeit später schlüpfen die kleinen Larven und beginnen mit dem Fraß. Anschließend wandern sie umher und suchen nach einen geeigneten Versteck um sich zu verpuppen. Bei normalen Zimmertemperaturen dauert die Larvenentwicklung etwa 4 Wochen. Nach weiteren 10 Tagen schlüpft die nächste Generation der Falter, legt neue Eier ab und der Befall beginnt von neuem.

Im Lager können im Einzelfall auch die Mehlmotte Ephestia kuehniella, die Getreidemotte Sitotroga cerealella, der Mehlzünsler Pyralis farinalis, sowie diverse Speichermotten auftreten. Die Eier dieser Motten werden von Trichogramma angenommen. Für eine effektive Bekämpfung sollte die Motte bestimmt werden, damit kann auch der Einsatzort besser definiert werden.

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, müssen ein paar einfache Grundregeln beachtet werden. Häufigster Grund für einen Mottenbefall ist eine falsche Lagerung von Produkten.

  • Die Schädlinge gelangen oft mit dem Wareneingang ins Lager. Beim Wareneingang bzw. spätestens vor der Einlagerung sollte die Partie auf Schädlingsbefall kontrolliert werden (ein Befall ist erkennbar an den versponnenen Kotkrümmeln, Gespinnsten oder Fraßschäden an der Verpackung).
  • Erkennbar befallene Waren müssen separat gelagert werden.
  • Verpackungen aus Folie oder Papier bieten keinen Schutz vor Schädlingsbefall.
  • Warenbestand regelmäßig kontrollieren und Waren nicht überlagern: je länger Vorräte lagern, desto größer ist die Gefahr eines Schädlingsbefalls.
  • Waren nicht offen lagern, nach Möglichkeit in dichtschließende Behälter umpacken.
  • Vorräte immer trocken und nach Möglichkeit kühl lagern.
  • Einfache und glatte Regalstrukturen bieten den Schädlingen wenige Schlupfwinkel und lassen sich einfacher reinigen.
  • Fensteröffnungen mit Fliegengitter sichern, um den Zuflug zu verhindern.
  • Pheromonfallen dienen allein der Kontrolle der Schädlinge und sind kein effektives Bekämpfungsmittel. Es werden nur Männchen gefangen, die Weibchen legen weiterhin Eier ab.
  • Ein Monitoringsystem ist die Voraussetzung für ein erfolgreiches Schädlingsmanagement.
  • Helfen alle vorbeugenden Maßnahmen nicht, dann können die Schlupfwespen zur Mottenbekämpfung eingesetzt werden. Die winzig kleinen Schlupfwespen (kleiner als 0,4 mm) sind in der Lage, die Motten effektiv, umweltfreundlich, aber auch diskret und nachhaltig zu bekämpfen.

Ausbringungssystem TrichoKarte

Die TrichoKarte ist eine von uns entwickelte und seit vielen Jahren bewährte Ausbringungseinheit für Trichogramma-Schlupfwespen. Sie wird millionenfach im Freiland, im Unterglasanbau, in der Lagerhaltung und privaten Haushalten eingesetzt.

Die TrichoKarte VORRAT wird standardmäßig mit 2000 parasitierten Eiern einer Trichogramma evenasecens (für eine Ausbringung alle 14 Tage) oder 3000 parasitierten Eiern (für eine Ausbringung alle 21 Tage) belegt. 3000 parasitierte Eier belegen eine Fläche.

Diese Qualitätsstandards halten wir seit 15 Jahren ein. Sie sind die Grundlage für eine erfolgreiche Bekämpfung der Motten und den Erfolg des Verfahrens!

Motten biologisch im Lager bekämpfen

Trichogramma-Schlupfwespen sind Eiparasiten, d.h. sie suchen die abgelegten Eier der Motten, legen ihre eigenen Eier darin ab, und statt einer Mottenlarve schlüpft eine nützliche Schlupfwespe. Dieser Kreislauf wiederholt sich, solange Motteneier vorhanden sind. Finden die Schlupfwespen keiner Motteneier mehr, dann sterben sie aus.

Um den Entwicklungszyklus der Motten wirksam zu unterbrechen, sind mind. vier Freilassungen der Schlupfwespen im Abstand von jeweils 14 Tagen notwendig. Alternativ können im Lager die 3000er Karten alle 3 Wochen eingesetzt werden.

Je nach Vorbefall und Gefährdungssituation müssen die Ausbringungen über die ganze Saison (Frühjahr bis Herbst) durchgeführt werden.

Die  Qualität entscheidet!

Wir züchten seit über 20 Jahren Trichogramma-Schlupfwespen zur biologischen Bekämpfung verschiedener Schadschmetterlinge. Die Zucht von Nützlingen erfordert viel Erfahrung und Sorgfalt. Unsere Ausbringungssysteme, z.B. die TrichoKarte, sind erprobte und seit vielen Jahren in der Praxis etablierte Verfahren.

Beim Einsatz von Nützlingen ist eine fundierte Beratung wichtig. Wir beraten Sie gerne oder wenden Sie bitte an folgende Vertriebspartner:

In Deutschland:

www.aries.de
www.biologische-Beratung.de

www.perlanatura.de
www.naturas.de
www.re-natur.de

www.nuetzlinge.de
www.schneckenprofi.de

In Österreich: www.biohelp.at
In der Schweiz: www.nuetzlinge.ch
In Frankreich: www.fertimap-biocontrole.com

Larvenbekämpfung im Lager

Die Brackwespe Bracon hebetor, auch Habrobracon hebetor genannt, ist eine der am besten untersuchten Schlupfwespen im Vorratsbereich. Sie lähmt die freilebenden Mottenlarven durch einen Einstich, worauf diese sofort zu fressen aufhören. Auf diese Weise sichert sich die Brackwespe mehrere Larven und beginnt danach mit der Eiablage. Das Bracon-Weibchen legt ihre Eier außen an den Larven ab. Die jungen Wespenlarven saugen solange an der Mottenlarve bis nur noch die vertrocknete Hülle übrig bleibt. Anschließend bilden die Wespenlarven Mini-Seidenkokons, aus denen die neue Generation Brackwespen schlüpft.

Auch diese Schlupfwespen orientieren sich am Geruch der Mottenlarven und ihren Exkrementen. Sie können den Schädlingen in kleinste Ritzen und Spalten folgen und selbst die überwinternden Larvenstadien in ihren Gespinsten werden parasitiert. Dabei erweisen sich die Mehlmottenschlupfwespen als echte Spürhunde, wenn sie die Gespinste der Mottenlarven zerbeißen, um sie zu erreichen. Ab einer Temperatur von 16°C beginnen die Nützlinge mit der Eiablage, wir empfehlen einen Einsatz sobald Tageshöchsttemperaturen von 20°C erreicht werden. Das Optimum für die Schlupfwespenentwicklung liegt zwischen 25-30°C, kurzzeitig werden auch Höchsttempertauren bis zu 35° toleriert. Der Einsatzzeitraum liegt zwischen Mitte April und Ende September.

Günstig ist der Behandlungsbeginn als Leerraumbehandlung nach einer gründlichen mechanischen Reinigung, sowie mit der Einlagerung des Getreides. Haben sich Schädlinge bereits etabliert, so können Nützlinge parallel zu Hygienemaßnahmen an "Hot spots" eingesetzt werden. Trotz einer gewissen Ansiedlung und Weitervermehrung, sollten die Mehlmottenschlupfwespen wiederholt freigelassen werden, um einen ausreichenden Bekämpfungsdruck aufzubauen.



Folgende Schädlinge können mit der Mehlmottenschlupfwespe bekämpft werden:

Mehlmotte (Ephestia kuehniella)
Dörrobstmotte (Plodia interpunctella).
Speichermotte (Ephestia elutella)
Wachsmotte (Galleria mellonella)

Der Einsatz der Mehlmottenschlupfwespe (gegen die Larven) kann in der Regel mit dem Einsatz der Trichogramma-Schlupfwespe (gegen die Eier) kombiniert werden. Zur Befallskontrolle und Bewertung des Bekämpfungserfolges sollten immer Pheromonfallen eingesetzt werden.

Im Getreidelager und in den verarbeitenden Betrieben, z.B. Mühlen oder Bäckereien werden damit gute Bekämpfungserfolge erzielt. Wichtig für eine Befallskontrolle und die Bestimmung des optimalen Einsatztermins ist ein Monitoring oder Überwachung durch den Einsatz von Pheromonfallen.

Anwendungsempfehlung für den präventiven Einsatz:

Die erste Behandlung erfolgt unmittelbar zur Leerraumbehandlung oder direkt nach Einlagerung. Ausbringungsintervall: 14 Tage, Temperaturbereich 15-35°C. Die Aufwandmengen können von Lager zu Lager varieren.

Käferbekämpfung im Lager

Die Lagererzwespen sind natürlich vorkommende Gegenspieler einiger wichtiger, die Vorräte schädigender Käferlarven. Besonders die Fähigkeit, versteckt im Korn lebende Larven zu finden, macht die Schlupfwespen für die biologische Bekämpfung sehr interessant.

Die Käferlarve wird durch das Korn hindurch angestochen und paralysiert, wobei die Schlupfwespe ihren Legebohrer in das Korn einbohrt und  ein Ei neben die Käferlarve ablegt. Die Larve der Schlupfwespe schlüpft und ernährt sich während ihres Wachstums von der Käferlarve und macht sie damit unschädlich. Nach der Verpuppung nagt die erwachsene Lagererzwespe ein Loch in das Korn und verlässt es auf der Suche nach weiteren Schädlingen. Bei etwa 26°C (70% LF) dauert die Entwicklung circa 3 Wochen, wobei die Weibchen nach den Schlupf etwa zwei Wochen leben.

Ein Lariophagus-Weibchen ist nur 2-3 mm klein. Diese Nützlinge sind schwarzfarben und schimmern leicht metallisch (daher "Erz"-wespen).

Folgende Käferarten werden von Mehlmottenschlupfwespen parasitiert:

Australischer Diebkäfer
Brotkäfer
Bohnenkäfer
Erbsenkäfer
Getreidekapuziner
Bohnenkäfer
Kornkäfer
Kräuterdieb
Messingkäfer
Kugelkäfer
Reiskäfer
Tabakkäfer

Die Lagererzwespen können ergänzend zum Trichogramma-Einsatz auch gegen die Larven der Getreidemotte (Sitotroga cerealella) eingesetzt werden, die sich im Gegensatz zu anderen Motten in den Körnern entwickelt.

Anwendungsempfehlung LarioTop® :


Leerraumbehandlung als präventiver Einsatz. Die erste Behandlung erfolgt unmittelbar vor bzw. nach der Getreideeinlagerung. Wiederholung nach 14 Tagen.

Bekämpfung der Getreideplattkäfer

Das Ameisenwespchen (Cephalonomia tarsalis) ist auf Getreideplattkäfer spezialisiert und kann die Käferlarven über mehrere Meter anhand der Kotkrümel lokalisieren. Es ist etwa 2-3 mm klein und schwarz. Auch beim Anstich durch die Schlupfwespe erfolgt eine sofortige Lähmung der Käferlarven. Pro Käferlarve entwickeln sich bis zu zwei Ameisenwespen. Nach etwa 3 Wochen schlüpfen neue Wespchen aus den Kokons.

Da der Getreideplattkäfer oft nach Kornkäferbefall auftritt, können Ameisenwespchen und Lagererzwespen kombiniert ausgebracht werden.

Zur Zeit werden zwei weitere Nützlinge für den Einsatz zur biologischen Bekämpfung von wichtigen Schädlingen getestet: die Ameisenwespe (Holepyris sylvanidis) gegen den Mühlenschädling Amerikanischer Reismehlkäfer (Tribolium confusum) und die Raubwanze (Xylocoris flavipes) u.a. gegen den Materialschädling Khapra-Käfer (Trogoderma granarium).

Schlupfwespen-Einsatz im Lager

Der Einsatz von Trichogramma ist eines der ältesten biologischen Bekämpfungsverfahren in Europa. Bereits Anfang der 70er Jahre wurden erste Maisflächen mit  den Eiparasiten zur Maiszünslerbekämpfung belegt. In der frühen Phase der biologischen Maiszünslerbekämpfun liegen auch die Wurzeln unserer Firma.

Im Laufe der Jahre kamen weiter Trichogramma-Arten in Einsatz zur Bekämpfung von Apfel- und Pflaumenwickler, sowie diverser Schädlinge im Unterglasanbau. Seit etwa 15 Jahren wird Trichogramma evanescens zur Bekämpfung vorratsschädigender Motten eingesetzt. Aber auch Kleider- und Pelzmotten können mit Trichogramma bekämpft werden. Regelmäßig treten auch  neue Motten auf. Die mögliche Bekämpfung mit Trichogramma wird im Labor untersucht und bei positiven Resulaten ein Verfahren für die Praxis erabeitet.

Interaktion Trichogramma-Schlupfwespe und Zielschädling

Die nur etwa 0,3 bis 0,4 mm kleinen Trichogramma-Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler zahlreicher Schadschmetterlinge. Die winzigen Hautflügler parasitieren Schädlingseier, d.h. sie belegen diese mit ihren eigenen Eiern. Das Schädlingsei wird ausgefressen, während sich darin ein kleiner Nützling entwickelt. Aus dem abgetöteten Mottenei schlüpft nach etwa 10 Tagen eine junge Schlupfwespe und sucht nach weiteren Motteneiern.

 Der Zyklus wiederholt sich, solange Schädlingseier vorhanden sind. Natürlich vorkommende Populationen reichen für eine erfolgreiche Bekämpfung  nicht aus. Auch eine saisonale Ansiedlung ist nur in wenigen Fällen möglich. Daher werden die Nützlinge in Massen vermehrt und jedes Jahr gezielt während der Eiablage des jeweiligen Schädlings freigelassen.

In Deutschland sind derzeit etwa 10 natürlich vorkommende Trichogramma-Arten bekannt. Davon haben wir 4-5 Arten in Zucht und setzen sie kommerziell ein. Weltweit gibt es etwa 150 bekannte Trichogramma-Arten, von denen etwa 20 Arten zu biologischen Schädlingsbekämpfung genutzt werden.

Ausbringungseinheiten TrichoKarte und TrichoKugel

Die Ausbringungseinheiten TrichoKarte und die TrichoKugel haben sich viele Jahre in der Praxis bewährt. Darin befinden sich Schlupfwespen in bis zu 10 verschiedenen Alterstadien, um je nach Art und Zielschädling in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen zu schlüpfen.

Kompetenz und langjährige Erfahrung

Das Team von AMW verfügt über langjährige Erfahrung in der Zucht von Trichogramma. Durch die eigene Entwicklung neuer Massenzuchtsysteme und maschineller Fertigungsverfahren, sind wir heute in der Lage, innerhalb kurzer Zeit große Stückzahlen zu liefern.

In unseren Labors unterhalten wir neben den Massenzuchten, eine Sammlung von mehr als 200 Stämmen von 30 verschiedenen Trichogramma-Arten, die unter anderem aus Freilandköderungen und eingesammelten Schädlingseiern stammen. Interessante Zuchtlinien werden in umfangreichen Labortests und Freilandversuchen auf ihre Eignung zur Bekämpfung von Schadmotten untersucht.

Die molekularbiologische Identifikation von Trichogramma-Schlupfwespen

Die regelmäßige Qualitätskontrolle umfaßt Kriterien wie Anzahl, Lebensdauer, Anzahl Nachkommen, Wirtsakzeptanz und -präferenz.

Aufgrund artspezifischer Wirts- und Habitats-präferenzen der einzelnen Trichogramma-Arten und der damit verbundener Eignung zur Bekämpfung eines bestimmten Schädlings, ist die taxonomische Bestimmung der Trichogrammen unabdingbar.

Bei den nur 0,4mm kleinen Trichogramma-Schlupfwespen, ist die morphologische Bestimmung sehr schwierig, da hierzu eine Präparation des männlichen Genitalapparates durchgeführt werden muss.

Hauseigene Untersuchung per PCR

Die molekularbiologische Untersuchung per PCR ist eine Möglichkeit, die verschiedenen Trichogramma-Arten sicher zu identifizieren. Regelmäßig untersuchen wir die Trichogramma-Arten im Bestand auf verschiedene Qualitätsparameter und sichern dadurch die Effektivität für die Bekämpfung ab.

Motten-Monitoring im Lager

Der erste wichtige Schritt zur erfolgreichen Bekämpfung von Schädlingen in der Lagerhaltung ist die Installation eines Monitorings, eines Kontrollsystems, um einen Überblick über das aktuelle Schädlingsgeschehen zu erhalten.

Mit Hilfe von spezifisch wirkenden Pheromonfallen, die den Lockstoff der unbegatteten weiblichen Schädlinge abgeben, kann sicher festgestellt werden, ob Motten (oder Käfer) aktiv sind. Mit der Pheromonfalle werden keine weiblichen Motten gefangen und auch nur ein Teil der männlichen Motten. Werden männliche Motten gefangen, dann sind auch die eierlegenden Weibchen unterwegs. Es können Trichogramma-Schlupfwespen zur biologischen Bekämpfung eingesetzt werden.

Pheromonfallen: einfach in der Handhabung und ungiftig!

Für den Einsatz im Lager bieten sich wieder verwendbare Trichter- oder Eimerfallen an. Hier muss der Pheromonköder regelmäßig gewechselt werden. Pro Raum (bis 100 qm) reicht eine Falle. Werden die Fallen zu eng aufgehängt, dann stören sie gegenseitig und die Mottenmännchen finden die Fallen in der intensiven Duftwolke nicht. Stellen, an denen bereits vereinzelt Motten beobachtet wurden, eignen sich besonders als Fallenstandort. Die Fallen sollten aber nicht vor den Motten versteckt werden.

Die Fallenfänge kontrollieren und dokumentieren!

Im zeitigen Frühjahr sollten die Pheromonköder ausgetauscht und mit der regelmäßigen Kontrolle der Falle begonnen werden. Den Fang schriftlich dokumentieren, nur so erhält man einen Überblick über das aktuelle Schädlingsaufkommen und kann rechtzeitg Bekämpfungsmaßnahmen einleiten. Auch nach der Bekämpfung sollte weiter kontrolliert werden.

Kombinierbar mit dem Schlupfwespen-Einsatz

Die Pheromonköder sind max. bis zu einem halben Jahr haltbar, sollten aber - gerade in den warmen Monaten - nach einem Vierteljahr ausgetauscht werden, um eine sichere Fangwirkung zu erzielen. Die Motten-Lockstoffe sind völlig ungiftig und auch für Trichogramma-Schlupfwespen uninteressant.

Auf Vorrat gekaufte Pheromonfallen sollten möglichst kühl gelagert werden, z.B. im Kühlschrank oder im Keller, damit der Lockstoff nicht vorzeitig verfliegt.