Lebensmittelmotten im Haushalt

Die Bekämpfung von Schädlingen im Haushalt wurde lange Zeit vom Ruf nach dem "Kammerjäger" dominiert und der scheinbar einfachen Lösung durch den Einsatz chemischer Bekämpfungsmittel. Mottenpapier und Mottenkugeln gehörten bei Großmutter zum Standard. Inzwischen ist die Palette chemischer Bekämpfungsmittel auf nur noch wenige Produkte beschränkt.

Heute steht eine Reihe biologischer Bekämpfungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dies sind zum einen biologisch wirkende Insektizide, vor allem aber natürliche Gegenspieler der Motten und Käfer, die Nützlinge. Wie der Marienkäfer die Blattlaus vertilgt, so gibt es Schlupfwespen, die einen Vorratsschädling "zum Fressen gern haben". Die Wirkweise der Nützlinge ist seit Jahrzehnten bekannt und durch zahlreiche Arbeiten belegt. Und aus dem "Kammerjäger" ist inzwischen ein IHK-geprüfter Schädlingsbekämpfer mit mehrjähriger Ausbildung geworden, der zunehmend auch Nützlinge zur Bekämpfung einsetzt!

Es gilt nun ein neues Bekämpfungsprinzip: den Schädlingsbefall frühzeitig erkennen, die Schädlinge bestimmen, befallene Lagergüter entfernen und die verbliebenen Schädlings-Stadien (Eier und Larven) gezielt durch den Einsatz der Nützlinge bekämpfen. Im Einzelfall auch integriert in Kombination mit biologischen Insektiziden. Der Einsatz von Nützlingen ist eine umweltfreundliche und zugleich effektive Art der Schädlingsbekämpfung im Haushalt!

Lebensmittelmotten (Dörrobst-, Mehl- oder Getreidemotten) sind weit verbreitete Schädlinge in Haushalten und Betrieben der Lebensmittellagerung und -verarbeitung. Zu den gefährdeten Waren gehören Getreideprodukte, Nüsse, Gewürze, Tees, Nudeln, diverse Süßwaren, wie z.B. Schokolade, aber auch Trockenfutter für Haustiere, vor allem Vogel- und Körnerfutter. Ein Befall durch Lebensmittelmotten ist nicht nur unappetitlich, sondern unter Umständen auch Gesundheitsgefährdend. Durch die Fraßtätigkeit der Larven werden Lebensmittel verdorben, der Verzehr kann zu allergischen Reaktionen, Schleimhautreizungen oder gar Darmerkrankungen führen. Auf den Kotresten siedeln sich zudem Milben und verschiedene Pilze an, befallene Lebensmittel sollten deshalb entsorgt werden. Im Haushalt kommt die `Lebensmittelmotte` oder Dörrobstmotte Plodia interpunctella am häufigsten vor.

Unser Prospekt zum Einsatz von Nützlingen im Vorrats- und Materialschutz: 

  

Aussehen der Lebensmittelmotten:

Die Falter sind einfach an der markanten Flügelfärbung zu erkennen (auf den Vorderflügeln bronzefarbene Binden auf silberfarbenem Grund), Größe ca. 1 bis 1,5 cm. Die Larven sind gelblich-weiß gefärbt und werden bis 1,5 cm groß.

Lebensweise der Motten:

Die weiblichen Falter legen ihre Eier (200-300 Eier / Weibchen) an oder in direkter Nähe zu Lebensmitteln ab. Schon kurze Zeit später schlüpfen die kleinen Larven und beginnen mit dem Fraß. Anschließend wandern die Larven umher und suchen nach geeigneten Verstecken zum Verpuppen. Bei normalen Zimmertemperaturen dauert die Larvenentwicklung etwa 4-6 Wochen. Weitere 10 Tagen später schlüpft die nächste Generation der Motten und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Häufigster Grund für den Mottenbefall im Haushalt ist die falsche Aufbewahrung und Überlagerung von Lebensmitteln. Um eine Ausbreitung zu verhindern, sollten ein paar einfache Grundregeln beachtet werden:

  • Schädlinge gelangen heute mit dem Einkauf ins Haus. Vor dem Einkauf bzw. spätestens vor dem Einlagern im Schrank, Lebensmittel immer auf einen Befall kontrollieren (ein Befall ist erkennbar an den versponnenen Kotkrümmeln, Spinnfäden oder Fraßschäden in/an der Verpackung)
  • Lagerung nur in dichtschließenden Gläsern oder Vorratsbehältern. Verpackungen aus Folie oder Papier bieten keinen sicheren Schutz vor Larven
  • Keine großen Mengen einlagern. Je länger Lebensmittel lagern, desto größer ist die Gefahr eines Befalls. Nüsse, Mandelsplitter, Rosinen und andere Backzutaten, die oft sehr lange aufgehoben werden, regelmäßig auf Befall kontrollieren. Geöffnete Verpackungen sollten grundsätzlich in geschlossene Behälter umgefüllt werden.
  • Vorräte immer trocken und nach Möglichkeit kühl lagern.
  • Einbauküchen bieten viele Schlupfwinkel für die Motten. Schränke sollten deshalb 2x/Jahr grundgereinigt und ausgesaugt werden. Ritzen können auch mit Heißluft (Föhn) behandelt werden.
  • Pheromonfallen dienen allein der Kontrolle und sind kein effektives Bekämpfungsmittel. Es werden nur Männchen gefangen, die Weibchen legen  weiterhin Eier ab.
  • Im Sommer Fenster mit Fliegengitter sichern, um den Zuflug aus der Nachbarschaft zu verhindern.
  • Vorsicht beim Einsatz von Insektiziden, da sie auch auf die Menschen eine Wirkung haben können.
  • Wenn alle Maßnahmen nicht helfen, dann müssen die Schlupfwespen gegen die Lebensmittelmotten eingesetzt werden. Die winzig kleinen Schlupfwespen (kleiner als 0,5 mm) sind in der Lage, die Motten effektiv, umweltfreundlich, diskret und nachhaltig zu bekämpfen.

Die TrichoKarte ist eine von uns entwickelte und seit vielen Jahren in der Praxis bewährte Ausbringungseinheit für Trichogramma-Schlupfwespen, die  bereits millionenfach im Freiland, im Unterglasanbau, in der Lagerhaltung und privaten Haushalten eingesetzt wurde.

Standardmäßig wird die TrichoKarte VORRAT mit 2000 (für eine Ausbringung alle 14 Tage) oder 3000 (für eine Ausbringung alle 21 Tage) parasitierten Eiern der Trichogramma evanenscens eupr. belegt. Wir haben definierte Qualitätsstandards für unsere Produkte, die Grundlage für eine erfolgreiche Bekämpfung der Motten sind.

Motten biologisch im Haushalt bekämpfen

Trichogramma-Schlupfwespen sind Eiparasiten, d.h. sie suchen die abgelegten Eier der Motten, legen ihre eigenen Eier darin ab, und statt einer Mottenlarve schlüpft eine nützliche Schlupfwespe. Dieser Kreislauf wiederholt sich, solange Motteneier vorhanden sind. Finden die Schlupfwespen keine Motteneier mehr, so sterben sie.

Um den Entwicklungszyklus der Motten wirksam zu unterbrechen, empfehlen wir 4 Freilassungen der Schlupfwespen im Abstand von jeweils 14 Tagen. Bei  jeder Freilassung werden 4 TrichoKarten, jeweils bestückt mit etwa 2000 Schlupfwespen-Eiern in der Nähe der Vorräte verteilt. Die Karten werden ähnlich einem Mini-Abo, automatisch alle 14 Tage verschickt.

Die  Qualität entscheidet!

Wir züchten seit fast 30Jahren Trichogramma-Schlupfwespen zur biologischen Bekämpfung verschiedener Schadschmetterlinge. Die Zucht und die Bereitstellung von Nützlingen erfordert viel Erfahrung und Sorgfalt. Unsere Ausbringungssysteme, wie die TrichoKarte, sind erprobt und seit vielen Jahren in der Praxis etabliert.

Achten Sie vor den Kauf auf eine gute Beratung, damit die Nützlinge erfolgreich arbeiten können. Unsere Nützlinge auf der TrichKarte können Sie bei verschiedenen Partnern oder Internetshops erwerben.

In Deutschland:

www.aries.de
www.biologische-Beratung.de

www.perlanatura.de
www.naturas.de
www.re-natur.de

www.nuetzlinge.de
www.schneckenprofi.de

In Österreich: www.biohelp.at
In der Schweiz: www.nuetzlinge.ch
In Frankreich: www.fertimap-biocontrole.com

Kleidermotten im Haushalt

Kleidermotten kommen inzwischen sehr häufig in privaten Haushalten vor. Die Larven der Kleidermotte (Tineola bisselliella) fressen Löcher in Bekleidung aus Naturwolle. Der Schaden wird oft erst bemerkt, wenn die Fraßschäden sichtbar werden oder Motten herumfliegen. Neben dem Löchern im Gewebe sind die bis zu 10 mm langen, weißlichen Gespinströhren der Larven ein weiteres Anzeichen für einen Befall durch Kleidermotten. Die Larven können sich nur an tierischer Wolle entwickeln, deshalb hochwertige Wollstoffe besonders oft betroffen.

Die von den Falterweibchen abgelegten Eier sind etwa 0,5 mm lang, weiß und nur schwer im Gewebe  zu finden. Die jungen Larven sind  circa 1 mm groß und von gelblichweißer Farbe.

Der Flug der Kleidermotte kann mit Hilfe einer Pheromonfalle kontrolliert werden. Die Falter selbst fressen nicht (sie besitzen verkümmerte Mundwerkzeuge) und sterben bald nach der Eiablage.

Die Bekämpfung der Kleidermotten mit Nützlingen ist schwieriger als die der Lebensmittelmotten, da die Kleidermotte einen wesentlich längeren Entwicklungszyklus hat. Außerdem sind die Bedingungen für  die Schlupfwespen ungünstiger, weil sie nicht überall heran kommen (zusammen gelegte Pullover-Stappel, Irritation durch feinflussige Wolle wie Mohair usw.).

Kleidermotten bevorzugen dunkle und ruhige Schlupfwinkel in trockenen, warmen Räumen. Die  Weibchen legen im Laufe ihres Lebens bis zu  250 Eier ab und ihre Larven ernähren sich vorzugsweise von keratinhaltigen (tierischen) Produkten wie Echte Wolle, Haare oder Federn. Aus diesen Materialien baut sich die Larve auch ihre Gespinströhre für die Verpuppung. Die Kleidermotten befallen auch Teppiche, Füllungen alter Möbel, Wanddekorationen, Tierfelle, Trophäen,  usw.

Aussehen der Kleidermotte:

Die 5-10 mm langen und zierlichen Falter haben eine graugelbe Farbe und weisen an den Hinter- und Vorderflügeln Fransen auf. Die Endgröße der Larven kurz vor der Verpuppung liegt bei max. 10 mm

Lebensweise der Kleidermotte:

Die Larven entwickeln sich bei Temperaturen zwischen 25 und 30°C und einer LF von 70 % in etwa 2 Monaten bis zur Puppe. In der Regel entwickeln sich bis zu 2 Generationen pro Jahr. Die Kleidermotte ist ein reiner Materialschädling. Die Larven können mit ihren kräftigen Mundkiefern Wolle, Tierhaare, Federn, sowie  Textilien in Möbeln und Wandverkleidungen zerkauen.

Ein Schaden läßt sich durch ein paar einfache Maßnahmen vermeiden:

  • Getragene Kleidungsstücke immer gut auslüften oder waschen. Schweißreste locken  Motten an.
  • Schränke geschlossen halten, die aktuell sehr modernen offenen Ankleidezimmer bieten den Motten einen reichgedeckten Tisch.
  • Wertvolle und selten getragene Kleidungsstücke regelmäßig auf Befall kontrollieren und in mottendichten Kleiderhüllen oder Behältern aufbewahren.
  • Naturwoll-Teppiche regelmäßig gründlich absaugen
  • Befall mit einer Pheromonfalle kontrollieren. Achtung: es werden nur männliche Falter gefangen!

Einsatz der Schlupfwespen gegen Kleidermotten:

Die Trichogramma-Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler der Kleidermotten. Sie fühlen sich bei Temperaturen über 20°C am wohlsten und arbeiten dann am effektivsten. Die Schlupfwespen verfügen über einen ausgezeichneten Geruchsinn und können abgelegte Eier anhand winziger Flügelschuppenteile lokalisieren, die die weiblichen Falter verlieren, wenn sie Eier ablegen. Die Bekämpfung der Kleidermotte mit Schlupfwespen wird über einen Zeitraum von 16 Wochen durchgeführt.

Da die Nützlinge nur eine begrenzte Lebensdauer haben, werden sie 6-8 Mal im Abstand von 14 Tagen neu zugeschickt und gegen die alten Karten ausgetauscht. Bei jeder Freilassung werden 4 TrichoKarten, jeweils bestückt mit etwa 2000 Schlupfwespen-Eiern in den Schränken verteilt. Trichogramma-Schlupfwespen sind Eiparasiten, d.h. sie suchen die abgelegten Eier der Motten, legen ihre eigenen Eier darin, ab und statt einer Mottenlarve schlüpft eine neue nützliche Schlupfwespe. Dieser Kreislauf wiederholt sich, solange Motteneier vorhanden sind. Die Schlupfwespen interessieren sich nur für die Motteneier. Haben sie ihre Arbeit erledigt, dann sterben sie und verschwinden im unauffällig im Hausstaub. Sie sind weder für den Menschen noch für Haustiere gefährlich.

In geschlossenen Räumen ist der Einsatz ganzjährig möglich. Die Schlupfwespen sind nur kurzfristig lagerfähig. Danach schlüpfen sie, deshalb nach Erhalt umgehend ausbringen. Die Kärtchen bitte nicht öffnen. Die seitliche Öffnung reicht den Tierchen aus.

Die Bekämpfung der Kleidermotte ist schwieriger als die der Lebensmittelmotte. Der Entwicklunszyklus ist wesentlich länger und der Befallsherd ist oft nicht einfach zu lokalisieren. Kleidermotten können sich auch in Teppichen oder alten Möbelstücken eingenistet haben. Die Bekämpfung sollte erst nach einer Beratung gestartet werden.

Unser Prospekt zum Einsatz von Nützlingen im Vorrats- und Materialschutz:

 

Anwendung der TrichoKarten: pro Schrankfach mit ca. 60-80 cm Breite und 50 cm Höhe: je 1 TrichoKarte.

Von Motten gefährdete Textilien können in einem Schrankteil konzentriert gelagert werden. Alle anderen Textilien (Baumwolle und Kunstfasern) in einem anderen, da sie von den Motten nicht befallen werden. Das natürlich wirkende Neem empfiehlt sich besonders bei Mottenbefall in Teppichen, Wandbehängen, Polstermöbeln und anderen Wohntextilien. Durch das Neem-Präparat (Spray oder Puder) werden auch Hausstaubmilben erfaßt. Auch die oft auftretenden Wollblütenkäfer (Anthrenus) und Pelzkäfer können mit Neem behandelt werden.

Die  Qualität entscheidet!

Wir züchten seit fast 30 Jahren Trichogramma-Schlupfwespen zur Bekämpfung verschiedener Schadschmetterlinge. Die Zucht und die Bereitstellung von Nützlingen für eine erfolgreiche Bekämpfung erfordert viel Erfahrung und Sorgfalt.

Gerade beim Einsatz von Nützlingen ist eine gute Beratung wichtig, damit die Nützlinge erfolgreich arbeiten. Unsere Nützlinge können Sie in verschiedenen Internet-Shops oder direkt bei einem unserer Vertriebspartner erwerben.

In Deutschland:

www.aries.de
www.biologische-Beratung.de

www.perlanatura.de
www.naturas.de
www.re-natur.de

www.nuetzlinge.de
www.schneckenprofi.de

In Österreich: www.biohelp.at
In der Schweiz: www.nuetzlinge.ch
In Frankreich: www.fertimap-biocontrole.com

Motten-Monitoring im Haushalt

Der erste Schritt zur erfolgreichen Bekämpfung von Motten im Haushalt ist das sogenannte "Monitoring", das Fangen der Falter mit Hilfe von Pheromonfallen. Mit den spezifisch wirkenden Klebefallen, die den Lockstoff der unbegatteten weiblichen Motten tragen, kann ermittelt werden, ob und welche Motten aktiv sind.

Mit einer Pheromonfalle werden keine weiblichen Motten gefangen und auch nur ein Teil der vorhandenen Männchen! Der Fallenfang ist eine reine Maßnahme zur Befallskontrolle. Fliegen männliche Motten, dann sind auch die Weibchen unterwegs und es können Trichogramma-Schlupfwespen zur Bekämpfung eingesetzt werden.

Die Pheromone für die verschiedenen Arten von Lebensmittelmotten (Dörrobstmotte, Mehlmotte, Speichermotte) unterscheiden sich von denen der textilschädigenden Motten (Kleidermotte, Pelzmotte). Neuartige Pheromonfallen wie unsere Kombi-Pheromonfalle fangen sowohl Lebensmittelmotten wie auch Kleidermotten.

Pheromonfallen: einfach in der Handhabung und ungiftig!

Die Pheromonfallen für den Haushalt sind schnell aufgestellt und sofort einsatzbereit. Pro Raum sollte nur eine Falle eingesetzt werden, damit sich die Motten an dem Duft orientieren können. Zu viele Fallen im Raum bewirken den gegenteiligen Effekt: sie behindern sich gegenseitig, die Männchen verlieren in der Duftwolke die Orientierung und fidne die Klebefallen nicht!

Die Fallen kontrollieren und Fänge dokumentieren! Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle der Fallen. 1-2mal pro Woche sollte ein Blick auf die Falle geworfen und die Anzahl neuer Motten im Kalender oder dem beigelegten Protokollbogen notiert werden.

Kombinierbar mit dem Schlupfwespen-Einsatz

Die Pheromone sind bis zu einem halben Jahr haltbar, sollten aber nach circa 3 Monaten ausgetauscht werden, um eine gleichmäßig gute Fangwirkung zu erzielen. Die Motten-Lockstoffe sind völlig ungiftig und für die Trichogramma-Schlupfwespen uninteressant. Auf Vorrat gekaufte Pheromonfallen sollten kühl gelagert werden, z.B. im Kühlschrank oder im Keller, damit der Lockstoff nicht vorzeitig verfliegt.

Der Einsatz der Schlupfwespen im Haushalt

Der Einsatz von Trichogramma ist eines der ältesten biologischen Bekämpfungsverfahren in Europa. Bereits Anfang der 70er Jahre wurden erste Maisflächen mit  den Eiparasiten belegt um den Maiszünsler zu bekämpfen. In der frühen Phase der biologischen Maiszünslerbekämpfung liegen auch die Wurzeln unserer Firma.

Im Laufe der Jahre wurde die biologische Bekämpfung auf Apfel- und Pflaumenwickler, sowie diverse Schädlinge im Unterglasanbau von Gemüse oder Zierpflanzen und inzwischen auf Schadschmetterlinge in Tropenhäusern erweitert. Vor etwa 15 Jahren wurde gemeinsam mit einem Partner der Einsatz von Trichogramma im Vorratsschutz entwickelt.

Zielschädlinge für Trichogramma sind die Dörrobstmotte (Lebensmittelmotte), Kleider- und Pelzmotten, die durch den Nützlingseinsatz effektiv bekämpft werden können. Regelmäßig treten neue Schadmotten auf, deren Bekämpfungsmöglichkeit mit Trichogramma wir untersuchen und entsprechende Bekämpfungskonzepte erarbeiten.

Interaktion Trichogramma-Schlupfwespe und Zielschädling

Die etwa 0,4 mm kleinen Trichogramma-Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler zahlreicher Schadschmetterlinge. Die winzigen Hautflügler parasitieren Schädlingseier, d.h. sie belegen diese mit ihren eigenen Eiern. Das Schädlingsei wird ausgefressen während sich darin ein kleiner Nützling entwickelt. Aus dem abgetöteten Mottenei schlüpft nach etwa 10 Tagen eine junge Schlupfwespe und sucht nach weiteren Motteneiern.

Der Zyklus wiederholt sich, solange Schädlings-Eier vorhanden sind. Natürlich vorkommende Populationen reichen für eine erfolgreiche Bekämpfung  nicht aus. Auch eine saisonale Ansiedlung ist nur in wenigen Fällen möglich. Daher werden die Nützlinge in Massen vermehrt und jedes Jahr gezielt während der Eiablage des jeweiligen Schädlings freigelassen.

In Deutschland sind derzeit etwa 10 natürlich vorkommende Trichogramma-Arten bekannt. Davon züchten wir 4-5 Arten in großen Mengen und setzen sie kommerziell ein. Weltweit sind etwa 150 Trichogramma-Arten bekannt, von denen etwa 20 Arten zu biologischen Bekämpfung genutzt werden.

Die Trichogramma-Schlupfwespen können auch eingesetzt werden gegen Schädlinge wie Wachsmotten in Bienenvölkern und Hummelkästen für die Bestäubung im Unterglasanbau

Ausbringungseinheiten TrichoKarte und TrichoKugel

Als erfolgreiche Ausbringungseinheiten haben sich die TrichoKarte und die TrichoKugel gezeigt. Darin befinden sich Schlupfwespen in bis zu 10 verschiedenen Alterstadien, um je nach Art und Zielschädling in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen auszuschlüpfen.

Kompetenz und langjährige Erfahrung

Das Team von AMW verfügt über langjährige Erfahrung in der Zucht von Trichogramma. Durch die  Entwicklung von neuen Massen-zuchtsystemen und maschinellen Fertigungsverfahren, sind wir heute in der Lage, innerhalb kürzester Zeit große Stückzahlen zu liefern. In unseren Labors unterhalten wir neben den Zuchten eine Sammlung von mehr als 200 Stämmen von 30 verschiedenen Trichogramma-Arten, die unter anderem aus Freilandköderungen und eingesammelten Schädlingseiern stammen. Interessante Zuchtlinien werden in umfangreichen Labortests und Freilandversuchen auf ihre Eignung zur Bekämpfung untersucht. Auf diese Weise konnten schon geeignete Gegenspieler von Kohleule, Apfelwickler etc. ermittelt werden.

Die molekularbiologische Identifikation von Trichogramma-Schlupfwespen

Für die Qualitätskontrolle von Trichogramma werden Kriterien wie Anzahl, Lebensdauer, Anzahl Nachkommen, Wirtsakzeptanz und -präferenz bewertet. Bei den winzig kleinen Trichogramma-Schlupfwespen ist die morphologische Bestimmung schwierig, da hierzu eine Präparation des männlichen Genitalapparates durchgeführt werden muss. Aufgrund artspezifischer Wirts- und Habitatspräferenzen der einzelnen Arten und der damit verbundenen Eignung zur Bekämpfung eines bestimmten Schädlings, ist eine taxonomische Bestimmung der Trichogramma-Schlupfwespen aber unabdingbar.

Die molekularbiologische Untersuchung per PCR ist eine Möglichkeit, die verschiedenen Trichogramma-Arten sicher zu identifizieren. Regelmäßig untersuchen wir die Trichogramma-Arten auf verschiedene Qualitätsparameter.

Käferbekämpfung im Haushalt

Die Lagererzwespen sind natürlich vorkommende Gegenspieler einiger Vorratsschädigender Käferlarven. Besonders ihre Fähigkeit, versteckt im Korn lebende Käferlarven zu finden, macht diese Schlupfwespen für die biologische Bekämpfung besonders interessant.

Die Käferlarve wird durch das Korn hindurch angestochen und paralysiert, in dem die Schlupfwespe ihren Legestachel in das Korn einbohrt und ein Ei an die Käferlarve ablegt. Die Larve der Lagererzwespe ernährt sich während ihres Wachstums von der Käferlarve. Nach der Verpuppung nagt das bereits erwachsene Tier ein Loch in das Korn und verlässt es auf der Suche nach weiteren Schädlingen. Bei etwa 26 °C (70% LF) dauert die Entwicklung circa 3 Wochen, wobei die Weibchen nach dem Schlupf etwa zwei Wochen lang leben. Ein Lariophagus-Weibchen ist nur 2-3 mm groß. Diese Nützlinge sind schwarz und schimmern leicht metallisch (daher auch die Bezeichnung "Erz"-wespen).

Folgende Käferarten werden von Lagererzwespen parasitiert:

Australischer Diebkäfer
Brotkäfer
Bohnenkäfer
Erbsenkäfer
Getreidekapuziner
Getreidemotte

Bohnenkäfer
Kornkäfer
Kräuterdieb
Messingkäfer (siehe unten Detailbeschreibung)
Kugelkäfer (siehe unten Detailbeschreibung)

Reiskäfer
Tabakkäfer

Anwendungsempfehlung:

Lagererzwespen können präventiv eingesetzt werden (abhängig von der Situation). Zur Einlagerung werden sie 2-3 Mal im Abstand von 14 Tagen ausgebracht.  Bei einem Vorbefall oder bei einer Leereraumbehandlung können die Nützlinge auch kurativ eingesetzt. Die Anwendung und Anzahl der Nützlinge ist immer abhängig vom Befall, der Lagergestaltung, den Klimabedingungen.

Messing- und Kugelkäfer im Fachwerkhaus mit der Lagererzwespe Lariophagus bekämpfen

Messingkäfer und Kugelkäfer treten in den letzten Jahren vermehrt auf (auch nach Umbaumaßnahmen) und verunsichern die Bewohner von alten Häusern oder Fachwerkhäusern. Der Kugel- und der Messingkäfer gehören zur Familie der Diebskäfer. Sie haben einen kugeligen Körper und erinnern in ihrem Erscheinungsbild an Spinnen.

Der Messingkäfer (Niptus hololeucus)

Der Messingkäfer (Niptus hololeucus) wird bis zu 5 mm lang und fällt durch die dichte goldgelbe Behaarung auf. Er befällt Getreidearten und -produkte. Aber auch Federn, pflanzliches Polstermaterial und alternative Dämmstoffe sind vor ihm nicht sicher. Zum Problem wird er oft häufig in alten Häusern, in denen noch  hohle Zwischendecken oder unsanierte Wände vorhanden sind. Bei starkem Befall können auch Schäden an der Bausubstanz entstehen. Das Käferweibchen legt bis zu 30 Eier am Substrat ab. Wenn nötig, legen die Käfer auch größere Strecken zurück, um für den Nachwuchs geeignete Ernährungsbedingungen zu finden. Die Larvenstadien, aber auch die Käfer fressen an tierischen und pflanzlichen Stoffen, können sich allerdings an Textilien nicht weiterentwickeln. Die Verpuppung erfolgt in einem Gespinstkokon. Bei einer Temperatur von ca 20°C (70%LF) dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer etwa 7 Monate, liegt die Temperatur um 5° höher, dann beschleunigt sich die Entwicklung auf nur noch 70 Tage!

Der Kugelkäfer (Gibbium psylloides)

Gegensatz zum Messingkäfer befällt der Kugelkäfer auch getrocknete Gewürze und Kräuter. Der Kugelkäfer (Gibbium psylloides) ist mit ca. 4 mm Länge etwas kleiner als der Messingkäfer. Der  Körper ist mehr eiförmig, haarlos und glänzt glasartig in Braunrot. Nur die Fühler und Beine sind mit feinen goldgelben Häarchen überzogen. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln am Nährsubstrat ab, und diese werden von Krümmeln und Staub umhüllt. Der Käfer ist ein "lichtscheuer" Kamerad, der eine feuchte Umgebung schätzt.

Die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert bei 23°C (70%LF) etwa 3 Monate. Die Käfer können Hungerzeiten bis zu 50 Tage lang überleben. Auch sie können in kurzer Zeit weite Strecken zurück legen, sind aber nicht in der Lage an senkrechten Wänden hoch zu laufen. Werden sie berührt, dann spielen sie  mehrere Minuten lang toter Mann!

Die Nützlinge sollten in einem befallenem Haus dort ausgebracht werden, wo die Käfer aus dem Mauerwerk herauskommen. Dazu können vorhandene Öffnungen genutzt werden. Sind keine Öffnungen zu finden, dann müssen an unauffälliger Stelle kleine Löcher als Zugang gebohrt werden.

Zur Köderung oder zum Fangen der Käfer kann doppelseitiges Klebeband angebracht werden. Auch ein ausgelegtes, feuchtes Tuch lockt die Käfer an.

Einsatzbedinungen für die Nützlinge:

Die Nützlinge können ganzjährig ausgebracht werden, die Temperatur sollte bei mind. 16-20°C liegen, d.h. im Frühjahr kann Ende April mit der Bekämpfung begonnen werden. Natürlich darf während und nach dem Einsatz der Lagererzwespen keine chemische Behandlung erfolgen, dies schließt auch Mittel wie z.B. Kieselgur ein. Wie alle Nützlinge, reagieren auch Mottenschlupfwespen sehr empfindlich und sterben daran. Die Wartezeit kann bis zu 6 Wochen betragen. Zusätzlich können die Käfer durch Maßnahmen wie große Hitze (60-70°C), tiefe Kälte (-25 °C) oder biologische Präparate (Neem) bekämpft werden. Wobei bei Hitze und Kälte Vorsicht geboten ist, da es hier zu einer Schädigung der Materialien kommen kann.

Wir beraten Sie gerne bei Fragen zum Einsatz.