Gewächshaus

Im feuchtwarmen Klima von Tropenhäusern oder Zoologischen Gärten gedeihen nicht nur die Pflanzen gut, sondern auch viele Schädlinge! Darunter befinden sich auch Schadmotten, zu deren Bekämpfung Trichogramma-Schlupfwespen eingesetzt werden können. Der Einsatz chemischer Bekämpfungsmittel ist aufgrund der dort lebenden Tiere und Insekten, aber auch wegen der Besucher, nicht möglich. Lange Öffnungszeiten und offene Gewässer sind Faktoren, die den Einsatz, auch von biologisch wirksamen Präparaten, einschränken oder unmöglich machen können. Der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen ist eine gute Alternative, besonders wenn bereits andere Nützlinge zur Bekämpfung eingesetzt werden.

Bestimmmung von Schadmotten

Für die erfolgreiche Bekämpfung ist es wichtig, die vorkommenden Arten zu bestimmen. Bilder oder gefundene Schädlinge (Falter, Raupe, Puppe, Falter) lebend oder tot, können zur Analyse eingeschickt werden. Die Muster sicher in Dosen verpacken oder per Tesafilm auf Papier fixieren.

Monitoring mit Pheromonfallen

Anhand artspezifischer Pheromonfallen werden männliche Falter gefangen. Die Fallen dienen aber nur zur Terminierung des Trichogramma-Einsazes.

Trichogramma-Sammlung

Mehr als 30 Arten (etwa 250 Stämme) Trichogramma, gefangen an verschiedenen Standorten und verschiedenen Schädlingseiern, umfasst unsere Sammlung von Trichogramma. Zur Bestimmung und Pflege dieser Zuchtsammlung führen wir eine molekulargenetische Artbestimmung (ITS-2 PCR) durch, da die winzig kleinen Nützlinge (ca. 0,4 mm) auch mit dem Mikroskop nur schwer zu bestimmen sind. Beim Auftreten neuer Schadschmetterlinge können wir deshalb schnell geeignete Trichogramma-Arten testen.

Mit dieser umfangreichen Lebendsammlung unterstützen wir auch die universitäre Forschung, darunter Arbeiten zur Grundlagenforschung der Biologie und Ökologie von Trichogramma. Zu unseren Partnern zählen die Freie Universität Berlin, die Universitäten in Bremen, Stuttgart-Hohenheim, Freiburg, Halle oder auch internationale Partner in DK-Kopenhagen, NL-Wageningen, ES-Almeria, der Universität von Kairo oder Kollegen im Nahen Osten.

Neben dem praktischen Einsatz ist die Forschung und Weiterentwicklung des Verfahrens wichtig. Sowohl im Pflanzen-, wie auch im Vorratsschutz, sind wir Partner in verschiedenen Forschungsprojekten. In Kooperation mit dem Julius-Kühn-Institut, den DLR´s, aber auch der Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V. (Föko) wurden wesentliche Weiterentwicklungen auf den Weg gebracht.

Bekämpfung von Schadmotten im Gewächshaus

Schadschmetterlinge zählen zu den am meisten gefürchteten Schädlingen im Unterglasanbau von Gemüse oder Zierpflanzen, sowie in Tropenhäusern. Unter ihnen befinden sich auch Eulen, einige Wickler-Arten, Zünsler und auch Vertreter der „Echten Motten“. Die größten Probleme bereiten dabei die Larvenstadien durch die Fraßschäden, die sie verursachen. Die Raupen bohren sich in die Stängel ein, fressen an den Blättern und Früchten oder zerstören die Wurzeln. Die Folgen sind Wuchsprobleme, Ertragsausfall oder optische Mängel, die die Vermarktungsfähigkeit von Pflanze oder Frucht mindern.

Im Unterglasanbau treten die Schädlinge zudem früher auf als in Freilandkulturen, teilweise sind sie sogar das ganze Jahr über aktiv. Viele Betriebe setzen Schlupfwespen deshalb über die ganze Vegetationsperiode ein und kontrollieren den Flugverlauf mit Hilfe von Pheromonfallen.

Im Unterglasanbau werden die Schlupfwespen mit Hilfe der TrichoKarte GW verteilt. Die TrichoKarte ist eine seit vielen Jahren in der Landwirtschaft etablierte Ausbringungseinheit für Trichogramma. Die Nützlinge werden darin vor der Beregnung geschützt. Auf jeder TrichoKarte befinden sich schlupfbereite Nützlinge in verschiedenen Altersstufen, die über einen Zeitraum von ca. 14 Tagen aktiv werden. Je nach Befallsstärke und Einzelsituation können auch unterschiedliche Belegungen mit Nützlingseiern eingesetzt werden.

Abhängig vom Schädling, können folgende Trichogramma-Arten eingesetzt werden:

  • T. brassicae zur Bekämpfung des Maiszünslers und anderer Zünsler
  • T. evanescens zur Bekämpfung von Eulen und Wicklern
  • T. cacoeciae und T. dendrolimi zur Bekämpfung verschiedener Wickler und Zünsler

Oft können die Schädlinge nicht genau bestimmt werden, manchmal treten sogar mehrere Schädlinge gleichzeitig auf. Deshalb bieten wir eine Kombination verschiedenen Trichogramma-Arten an.

Im Frühjahr fliegen zudem Schadschmetterlinge von Außen zu und entwickeln sich aufgrund der günstigeren Klimabedingungen schneller als im Freiland. In heißen Sommern können günstige Südwinde Schadschmetterlinge wie den Baumwollkapselwurm Helicoverpa armigera aus dem Mittelmeergebiet zu uns verfrachten. Die Larven verursachen große Schäden an Tomaten, Mais und Tabak, aber auch an Zierpflanzen und Sonnenblumen. Auch 2018 ist Helicoverpa in nennenswerter Stückzahl aufgetreten und hat in Südbaden in einigen Kulturen Schäden verursacht, am auffälligsten im Zuckermais.

Prospekt-Download zum UnterglasanbauDie wichtigsten Schadmotten im Unterglasanbau

Der Maiszünsler Ostrinia nubilalis tritt regelmäßig an Paprika auf. Die Eier des Zünslers werden ab Anfang Juni in Gelegen an die Blätter gelegt. Die daraus schlüpfenden Larven bohren sich nach kurzer Zeit in die Früchte ein und schädigen die Frucht. Eine angefressene Paprikafrucht kann nicht mehr vermarktet werden. Der Maiszünsler überwintert als ausgewachsene Larve im Maisstängel oder im Gewächshausboden und verpuppt sich im Frühjahr.

Auch im Zierpflanzenanbau treten Probleme mit Schadmotten auf. Hier sind es überwiegend Vertreter der Erdraupen, die die Pflanzen schädigen. So findet man die Kohleule auch an Cyclamen, wo die Larven die Blüten anfressen und dadurch große wirtschaftliche Schäden verursachen.  Hier treten auch der „Afrikanische Heerwurm“ Helicoverpa armigera und die Gammaeule Autographa gamma auf.

An Zierpflanzen wie Poinsettien, in Orchideenzuchten und an Bromelien hat sich in den letzten Jahren der Orchideenzünsler Duponchelia fovealis als Schädling etabliert. Auch bei Wasserpflanzen, Poinsettien, Rosen, Kalanchoe, Cyclamen, Ficus, Begonia und Gerbera kann Duponchelia beträchtliche Schäden verursachen. Die Larven fressen an den Blättern und Stängeln und zerstören damit die Pflanzen. Duponchelia wird oft erst in den Abendstunden aktiv und so werden die erwachsenen Motten nur selten wahrgenommen. Die Raupen spinnen bei getopften Zierpflanzen die untersten Blätter an die Erde und verstecken sich darunter. Hier sind sie für Bekämpfungsmittel schlecht erreichbar.

Der Bananentriebbohrer Opogona sacchari und seine nahe verwandten Arten sind „Echte Motten“ (Tineidae) und finden in Tropenhäusern und Zoologischen Gärten ein reiches Nahrungsspektrum. Futterpflanzen sind Bananen, Bromeliengewächse, Yucca und andere Pflanzen. Vom berindeten Holzgeländer bis zu Palmen fressen sie fast alle Pflanzenteile. Kleine Pflanzen in der bodennahen Krautschicht können mit nützlichen Nematoden behandelt werden, der  Einsatz von Trichogramma eignet sich besonders gegen die oben abgelegten Eier der Bananentriebbohrer.

Neu eingeschleppte Schadschmetterlinge

Neue, nach Deutschland eingeschleppte Schädlinge haben weiterhin Hochkonjunktur: die Kastanienminiermotte, die Walnussfliege, Lauchminierfliege, Maulbeereschildlaus, die Kirschessigfliege Drosophila suzukii und der Buchsbaumzünsler Cydalima perspectalis schaffen es immer wieder auf die Titelseiten. Der Buchsbaumzünsler Cydalima (= Diaphania perspectalis) wurde 2007 erstmals im Süden Deutschlands festgestellt und aus Ostasien mit Pflanzenimporten eingeschleppt. Seitdem breitet er sich als invasiver Schädling Richtung Norden aus und befällt die Buchspflanzen in Vorgärten und Parkanlagen. Das Rhein-Main-Gebiet hat er bereits überschritten und breitet sich den Rhein entlang stark Richtung Norden aus. Die Bekämpfung ist schwierig, da die kleinen Larven sich zwischen den Blättern einspinnen und nur schlecht erreicht werden können. Ein frühzeitiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Neem, Bacillus thuringiensis) gegen die jungen, noch nicht eingesponnenen Raupen, verspricht die besten Bekämpfungserfolge. Der Einsatz von Trichogramma oder Larvenparasiten erreicht leider nicht die Wirkungsgrade, die für eine erfolgreiche und sichere Bekämpfung notwendig sind.

Zwar werden die Eier des Buchsbaumszünslers parasitiert, jedoch sterben die Eiparasiten schon früh in ihrer Entwicklung. Das gleiche geschieht beim Einsatz des Larvenparasiten Bracon. Ursache hierfür ist das in der Pflanze enthaltene Buxin. In China sind mehrere Schlupfwespen als natürliche Parasiten bekannt, ihre Nachführung wäre aber ein Risiko für unsere heimische Insektenwelt.

Die Tomaten-Goldeule Chrysodeixis chalcites ist in den Niederlanden seit Jahren ganzjährig in Tomatenkulturen verbreitet.  Inzwischen tritt sie auch in deutschen Tomaten-Gewächshäusern auf, vereinzelt wurde sie auch in Schmetterlings-Schauhäusern und Tropenhäusern gesichtet.

Die Tomatenminiermotte Tuta absoluta hat sich stark ausgebreitet und stellt inzwischen ein ernsthaftes Problem dar. Trichogramma ergänzt die Möglichkeiten der biologischen Bekämpfung gegen die Tomatenminiermotte vor allem im Bio-Anbau, wo nur eingeschränkt  Bekämpfungsmittel zur Verfügung stehen.

Die Raupe des Baumwollkapselwurmes Helicoverpa amigera tritt partiell an Tomaten, Mais, Sonnenblumen, Tabak, Erbsen, Bohnen und Kohlarten auf. Oft wird Helicoverpa aber nicht eindeutig identifiziert und ihre Larven werden mit denen der Erdeulen verwechselt.  Helicoverpa ist ein bedrohlicher Schädling mit einer hohen Vermehrungsrate von bis zu 1000 Eiern je Weibchen. Unsere Untersuchungen am Beispiel von Helicoverpa haben gezeigt, wie sich das Auftreten von Schadlepidopteren in den letzten Jahren verändert hat, und wie neue Schädlinge zu einem massiven Problem werden können. Während Helicoverpa in den 1970ern höchst selten, spät im September zum Problem werden konnte und zu dieser Zeit keine nennenswerten Schäden mehr anrichtete, wiesen wir 2007 im Ober-Rheingraben eine erste Aktivität schon Ende Juli nach. Der Schädling tritt heute unter günstigen Bedingungen mehr als zweieinhalb Monate früher auf und kann dann während der noch laufenden Vegetationssaison erhebliche Schäden anrichten.

 

Forschungsprojekt

Vom 01. 01. 2005 bis 31.12.2007 arbeiteten wir an einem von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) mitfinanzierten Projekt zur Erforschung des Einsatzes von Trichogramma gegen den nach Europa eingewanderten Schädling Baumwollkapselwurm Helicoverpa armigera.



Diese Schädlinge bekämpft Trichogramma

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über regelmäßig im Gemüse- und Zierpflanzenanbau auftretende Schadlepidopteren, aber auch seltenere Mottenarten. Die aufgeführten Arten können mit Trichogramma-Eiparasitoiden bekämpft werden.

Wissenschaftl. Name

(Familie)

Deutscher Name

Wirtspflanzen

Helicoverpa armigera*

(Noctuidae)

Heerwurm, Baumwollkapselwurm

Tomaten, Paprika,

Mais, Kohl,

Zierpflanzen

Chrysodeixis chalcites

(Noctuidae)

Tomaten-Goldeule

(Zwillingsfleck-Eule)

Tomaten

Cydalima perspectalis*

(Pyralidae)

Buchsbaumzünsler

Buchsbaum-Arten

Duponchelia fovealis

(Pyralidae)

Orchideenzünsler

div. Zierpflanzen

Pflanzenreste

Elophila nymphaeata

(Crambidae)

Seerosenzünsler

Seerosen

Ostrinia nubilalis

(Crambidae)

Maiszünsler

Mais, Paprika

Cacoecimorpha pronubana

(Tortricidae)

Mittelmeernelkenwickler

Zierpflanzen

Liguster-Arten

Clepsis spectrana

(Tortricidae)

Rosenknospenwickler,

Zierpflanzen

Erdbeeren

Opogona sacchari*(Tineidae)

Bananentriebbohrer

Palmen, Yucca, Bananen,

Bromelien

Phthorimaea operculella

(Gelechiidae)

Kartoffelmotte

Kartoffel, Tomate, Tabak

Pexicopia malvella

(Gelechiidae)

Malvenmotte

Malven

Autographa gamma

(Noctuidae)

Gammaeule

div. Gemüse und Zierpflanzen

Agrotis spp.

(Noctuidae)

Saateulen

div. Gemüsepflanzen

Lacanobia oleracea

(Noctuidae)

Gemüseeule

div. Gemüsepflanzen

Mamestra brassicae

(Noctuidae)

Kohleule

div. Gemüsepflanzen

*Quarantäneschädling EPPO A2
* Neufund 5/2007 EPPO Alert List

Der Einsatz von Trichogramma

Die Ausbringungstermine richten sich nach den Flugzeiten der Schädlinge. Der Einsatz im Gewächshaus beginnt früher als im Freiland. Mit Hilfe von Pheromonfallen und direkten Beobachtungen kann der Einsatztermin bestimmt werden. Als Eiparasit zerstört Trichogramma  die Schädlingseier durch die Parasitierung. Der Einsatz von Trichogramma findet statt, wenn Falter fliegen. Die Trichogramma-Schlupfwespen werden ganzjährig geliefert.

Aufwandmengen

Pro 50m² Gewächshausfläche wird i.d.R. eine TrichoKarte benötigt. Diese wird ungeöffnet an der Pflanze befestigt, indem sie über den Stängel oder ein Blatt gezogen wird. Nach zwei Wochen sind alle Nützlinge aus dem Kärtchen geschlüpft. Die Behandlung wird so oft im zweiwöchigen Abstand wiederholt, bis der Flug der Schadmotten beendet ist. Der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen passt problemlos in die Einsatzpläne der biologischen Schädlingsbekämpfung und ist mit vielen Bekämpfungsmitteln vereinbar. Je nach Art des Schädlings und Stärke des Befalls kann die Dosierungsempfehlung variieren.

Schlupfwespen im Mais - Unser Thema seit fast 30 Jahren

Der Einsatz von Trichogramma ist eines der ältesten biologischen Bekämpfungsverfahren in Europa. Bereits Anfang der 70er Jahre wurden erste Maisflächen mit  den Eiparasiten belegt, um den Maiszünsler zu bekämpfen. In der frühen Phase der biologischen Maiszünslerbekämpfung in den 80er Jahren liegen auch die Wurzeln unserer Firma.

Im Laufe der Jahre wurde die biologische Bekämpfung auf Apfel- und Pflaumenwickler, sowie diverse Schädlinge im Unterglasanbau von Gemüse oder Zierpflanzen und inzwischen auf Schadschmetterlinge in Tropenhäusern erweitert. Vor fast 20 Jahren wurde gemeinsam mit einem Partner, der Einsatz von Trichogramma im Vorratsschutz entwickelt. Zielschädlinge für Trichogramma sind die Dörrobstmotte (Lebensmittelmotte), Kleider- und Pelzmotten, die durch den Nützlingseinsatz effektiv bekämpft werden können. Regelmäßig treten neue Schadmotten auf, deren Bekämpfungsmöglichkeit mit Trichogramma wir untersuchen und entsprechende Bekämpfungskonzepte erarbeiten.

Interaktion von Trichogramma-Schlupfwespe und Zielschädling

Die nur etwa 0,3 bis 0,4 mm kleinen Trichogramma-Schlupfwespen sind natürliche Gegenspieler zahlreicher Schadschmetterlinge. Die winzigen Hautflügler parasitieren Schädlingseier, d.h. sie belegen diese mit ihren eigenen Eiern. Das Schädlingsei wird ausgefressen, während sich darin ein kleiner Nützling entwickelt. Aus dem abgetöteten Mottenei schlüpft nach etwa 10 Tagen eine junge Schlupfwespe und sucht nach weiteren Motteneiern. Der Zyklus wiederholt sich, solange Schädlingseier vorhanden sind. Natürlich vorkommende Populationen von Nützlingen reichen für eine erfolgreiche Bekämpfung  nicht aus. Auch eine saisonale Ansiedlung dieser ist nur in wenigen Fällen möglich. Daher werden die Nützlinge in Massen vermehrt und jedes Jahr gezielt während der Eiablage des jeweiligen Schädlings freigelassen.

In Deutschland sind derzeit etwa 10 natürlich vorkommende Trichogramma-Arten bekannt. Davon züchten wir 4-5 Arten in großen Mengen und setzten sie kommerziell ein. Weltweit gibt es etwa 150 bekannte Trichogramma-Arten, von denen etwa 20 Arten zur biologischen Schädlingsbekämpfung genutzt werden.

Die Trichogramma-Schlupfwespen können auch eingesetzt werden gegen Schädlinge wie

  • Wachsmotten in Bienenvölkern und Hummelkästen

Ausbringungseinheiten TrichoKarte und TrichoKugel

Als optimale Ausbringungseinheiten haben sich die TrichoKarte und die TrichoKugel bewährt. Darin befinden sich Schlupfwespen in bis zu 10 verschiedenen Alterstadien, um je nach Art und Zielschädling in einem Zeitraum von zwei bis drei Wochen auszuschlüpfen.

Kompetenz und langjährige Erfahrung

Das Team von AMW verfügt über langjährige Erfahrung in der Zucht von Trichogramma. Durch die Entwicklung von neuen Massenzuchtsystemen und  maschinellen Fertigungsverfahren, sind wir heute in der Lage, innerhalb kürzester Zeit große Stückzahlen zu liefern.

 

In unseren Labors unterhalten wir neben den Massenzuchten, eine Sammlung von mehr als 250 Stämmen von 30 verschiedenen Trichogramma-Arten, die unter anderem aus Freilandköderungen und eingesammelten Schädlingseiern stammen. Interessante Zuchtlinien werden von uns in umfangreichen Labortests und Freilandversuchen auf ihre Eignung zur Bekämpfung von Schadmotten untersucht. Auf diese Weise konnten schon geeignete Gegenspieler von Kohleule, Apfelwickler etc. ermittelt werden.

Die molekularbiologische Identifikation von Trichogramma-Schlupfwespen

Für die Qualitätskontrolle von Trichogramma werden Kriterien wie Anzahl, Lebensdauer, Anzahl der Nachkommen, Wirtsakzeptanz und -präferenz bewertet. Bei den nur 0,4mm kleinen Trichogramma-Schlupfwespen, die gegen Schadmotten im Pflanzen- wie auch im Vorratsschutz eingesetzt werden, ist die morphologische Bestimmung sehr schwierig, da hierzu eine Präparation des männlichen Genitalapparates durchgeführt werden muss.

Aufgrund artspezifischer Wirts- und Habitatspräferenzen der einzelnen Trichogramma-Arten und der damit verbundenen Eignung zur Bekämpfung eines bestimmten Schädlings, ist die taxonomische Bestimmung der Trichogramma-Schlupfwespen unabdingbar.

Hauseigene Untersuchung per PCR

Die molekularbiologische Untersuchung per PCR ist eine Möglichkeit, die verschiedenen Trichogramma-Arten sicher zu identifizieren. Regelmäßig untersuchen wir die Trichogramma-Arten in unserem Labor auf verschiedene Qualitätsparameter und optimieren dadurch die Effektivität für die Bekämpfung.

Schlupfwespen im Tropenhaus

Schadschmetterlinge im Gemüseanbau werden bereits seit Jahrzehnten mit Trichogramma-Schlupfwespen bekämpft. Auch im Zierpflanzenanbau oder in den Schaugärten unter Glas kommen diese Schadlepidopteren vor.  Die im Tropenhaus auftretenden Arten unterscheiden sich aber je nach Pflanzengemeinschaft und Betrieb. Die Klimabedingungen sind oft ähnlich, sodass hier auch vermehrt Trichogramma eingesetzt wird. Einige Schädlinge treten inzwischen häufiger auf, wie zum Beispiel der Orchideenzünsler Duponchelia fovealis und in den letzten Jahren vermehrt auch die Tomaten-Goldeule Chrysodeixis chalcites.

Vor allem Schaugärten oder Zoologische Gärten mit regem Publikumsverkehr oder Zootieren profitieren vom biologischen Pflanzenschutz, denn der Nützlingseinsatz kann ohne Rückstände und Störungen im laufenden Betrieb erfolgen. Wie auch beim Einsatz im Unterglasanbau von Gemüse, ergänzen Trichogramma-Schlupfwespen die etablierte Palette von Nützlingen in der biologischen Schädlingsbekämpfung.

Vermehrt treten neu eingewanderte oder eingeschleppte Schadschmetterlinge auf, deren mögliche Bekämpfung mit Trichogramma wir in unserem Labor untersuchen und entsprechende Bekämpfungskonzepte erarbeiten. Gegen die verschiedenen, in den Tropenhäusern auftretenden Schadmotten können nach Bedarf auch unterschiedliche Trichogramma-Schlupfwespen eingesetzt werden.

Motten-Monitoring im Unterglasanbau

Der erste, wichtige Schritt zur erfolgreichen Bekämpfung von Motten im Unterglasanbau ist das sogenannte „Monitoring“, das Fangen der Schadfalter mit Pheromonfallen (oder Lichtfallen) zur Befallskontrolle. Mit Hilfe von artspezifischen Pheromonfallen, die in austauschbaren Dispensern den Lockstoff der unbegatteten, weiblichen Motten tragen, kann  festgestellt werden, ob und welche Motten aktiv sind. Da die Fallen keine Weibchen fangen und nur einen Teil der vorhandenen männlichen Falter, ist das Monitoring eine reine Maßnahme zur Überwachung des Mottenfluges und Bestimmung von Bekämpfungsterminen. Wenn männliche Motten fliegen, sind auch die eierlegenden Weibchen unterwegs.

Die Mottenarten mit Pheromonfallen unterscheiden!

Es gibt inzwischen Pheromone für viele verschiedene Schadmotten, die im Unterglasanbau unterwegs sind. Tritt ein neuer Schädling auf, der nicht auf Anhieb identifiziert werden kann, dann sind wir gerne bei der Bestimmung behilflich, denn davon hängt eine erfolgreiche Bekämpfung ab. Die Biologie, Entwicklungsdauer und das Wissen um bevorzugte Wirtspflanzen sind wichtige Grundlagen bei der Entscheidung über die beste Bekämpfungsstrategie.

Der Einsatz von Pheromonfallen ist in der Handhabung einfach. Bei den Pheromonfallen handelt es sich meist um sogenannte Delta-Fallen, welche einfach zu einem Dach aufgeklappt, aufgestellt oder aufgehängt werden und nach der Belegung mit dem Pheromonköder einsatzbereit sind. Der Lockstoff sollte regelmäßig gegen einen frischen Dispenser ausgetauscht werden. Pro Raum sollte nur eine Falle eingesetzt werden, damit sich die Männchen am Duft orientieren können. Das Aufstellen von zu vielen Fallen führt zu einer Desorientierung der Männchen, sie können die Falle in der Duftwolke nicht mehr lokalisieren. Auch die Auswahl des Fallenstandortes ist wichtig: Frischluft ist oft weniger störend als die windstille Ecke im Gewächshaus, in der die Pheromon-Wolke lokal begrenzt stehen bleibt.

Der richtige Einsatz der Falle ist wichtig, weil damit die Aktivitäten des Schädlings eingeschätzt werden sollen. Ein falscher Standort oder überlagerte  Pheromondispenser können leicht zu Fehlinterpretationen führen und damit auch den Erfolg des Trichogramma-Einsatzes gefährden.

Die Fallenfänge kontrollieren und dokumentieren!

Die aufgehängten Fallen müssen aber auch regelmäßig kontrolliert werden, um den Beginn des Falterfluges zu erfassen - auch die „Null“ ist wichtig, die Zeit bevor der Mottenflug beginnt. Trichogramma ist ein Eiparasit und muss ausgebracht werden, wenn die Falter fliegen und ihre Eier ablegen. Sinnvoll ist es auch die Fallenfänge regelmäßig auf einem Datenblatt oder im Kalender zu notieren, um einen Flugverlauf zu erhalten. Anhand der Daten kann festgestellt werden, ob die Bekämpfung funktioniert hat. Auch nach einer Bekämpfung sollten die Fallen weiterhin aktiv gehalten werden, um einen neuen Befall rechtzeitig zu bemerken.

Die Pheromone sind bis zu einem halben Jahr haltbar, können ihre volle Wirksamkeit aber, je nach Umweltbedingungen, schon früher einbüßen. Die Motten-Lockstoffe sind völlig ungiftig und auch für die Trichogramma-Schlupfwespen uninteressant. Die Schlupfwespen orientieren sich am Geruch der abgelegten Eier und den Spuren, die die weiblichen Motten bei der Landung und Eiablage hinterlassen.

Auf Vorrat gekaufte Pheromonfallen sollten möglichst kühl gelagert werden, z.B. im Kühlschrank oder im Keller, damit der Lockstoff nicht vorzeitig  „verduftet“.